Österreichs Wirtschaft dümpelt dahin

5. Juli 2013, 10:48
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Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im zweiten und dritten Quartal mit 0,2 und 0,3 Prozent nur langsam wachsen

Wien - Die Stagnation der österreichischen Wirtschaft könnte sich auch zur Jahresmitte 2013 weiter fortsetzen, falls sich im Euroraum die Rezession verschärft oder sich die Konjunktur in den großen aufstrebenden Volkswirtschaften wie China verschlechtert, warnt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB). Die heimische Wirtschaft lässt laut OeNB gerade eine Stagnationsphase hinter sich, der Aufschwung falle aber nur sehr moderat aus. "Der Aufschwung bleibt insgesamt sehr verhalten und es bestehen weiterhin beträchtliche Abwärtsrisiken", so die OeNB.

Laut dem aktuellen OeNB-Konjunkturindikator wird die österreichische Wirtschaft im zweiten und dritten Quartal 2013 mit +0,2 Prozent bzw. +0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 0,5 Prozent wachsen. "Trotz der schwachen Konjunkturaussichten sind die Prognoserisiken nach unten gerichtet", so die OeNB.

Leichte Eintrübung

Im Vergleich zur letzten Veröffentlichung des OeNB-Konjunkturindikators wurde die Prognose für das zweite Quartal 2013 geringfügig um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet die OeNB weiterhin ein Wachstum von 0,3 Prozent.

"Österreichs außenwirtschaftliches Umfeld bleibt schwierig und sehr heterogen", schreibt die Nationalbank. Während die Erholung in den USA und Japan an Fahrt gewinne und China trotz Schwierigkeiten am Finanzmarkt weiterhin recht kräftig wachse, seien die Wachstumsaussichten für Europa sehr gedämpft und wichtige Absatzmärkte wie Italien, Ungarn, Tschechien oder Slowenien steckten in einer Rezession.

Investitionsbereitschaft bleibt gering

Für das erste Quartal 2013 zeigen die Außenhandelsdaten laut Nationalbank eine seit mehr als einem Jahr anhaltende Stagnation der österreichischen Güterexporte. Eine Besserung sei nicht zu erwarten, heißt es. Angesichts fehlender außenwirtschaftlicher Impulse bleibe auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen gering und die schwache Reallohnentwicklung lasse trotz positiven Beschäftigungswachstums nur eine moderate Steigerung der privaten Konsumausgaben zu. Die steigende Arbeitslosigkeit führe zudem zu vermehrtem Vorsichtssparen.

Vor diesem Hintergrund dürfte die Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal 2013 noch sehr verhalten gewesen sein. Das prognostizierte Wachstum von 0,2 Prozent ist zum Teil auf wetterbedingte Aufholeffekte nach dem kalten Winter zurückzuführen und überzeichnet die zugrunde liegende Wachstumsdynamik.

Die zuletzt in den Vertrauensindikatoren sichtbare zaghafte Stimmungsaufhellung sowie die Verbesserung einiger realwirtschaftlicher Indikatoren wie der Industrieproduktion signalisieren laut OeNB jedoch eine leichte Beschleunigung des Wachstums ab der Jahresmitte.

Mit einer Quartalswachstumsrate von 0,3 Prozent bleibe das Wachstum aber auch zu Beginn der zweiten Jahreshälfte schwach. "Ausgehend von der niedrigsten Arbeitslosenquote in der gesamten EU (Mai 2013: 4,7 Prozent) muss daher in den nächsten Monaten mit steigenden Arbeitslosenzahlen gerechnet werden. Der Aufschwung bleibt insgesamt sehr verhalten und es bestehen weiterhin beträchtliche Abwärtsrisiken", so die OeNB. (APA, 5.7.2013)

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