Nationalpark Gesäuse: Zwei Unnahbare in Reichweite gerückt

5. Juli 2013, 16:58
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Die beiden Gesäusegipfel Kalbling und Sparafeld sind überraschend leicht zu erklimmen - wenn man schon von der Höh losgeht

Von unten nehmen sich die beiden Gipfel Kalbling und Sparafeld am westlichen Ende der Gesäusekette recht unnahbar aus. Der Eindruck täuscht jedoch, denn von der Oberst-Klinke-Hütte führt ein relativ einfacher, wenn auch stellenweise steiler Pfad am Rande der mächtigen Südwand aufwärts zum Speikboden, von dem beide Gipfel gut zu erreichen sind.

Und es zahlt sich aus, die beiden felsigen Erhebungen zu erklimmen - die Aussicht von dort ist einmalig und lässt sich kaum ohne Superlative beschreiben: Zu sehen sind ein erheblicher Teil der Rottenmanner Tauern, die Hochtorgruppe mit den berühmten Nordwänden, Großer und Kleiner Buchstein, viele Erhebungen der Eisenerzer Alpen, das Tote Gebirge mit dem dominierenden Warscheneck, die weiße Kalkkette der Haller Mauern, viele Gipfel beiderseits des oberen Ennstales, darunter auch Grimming und "König" Dachstein.

An klaren Tagen zeigt sich sogar ein Abschnitt der Hohen Tauern mit dem Großglockner. Dazu kommt ein imposanter Tiefblick in das steirische Ennstal.

Auf dem Weg bieten sich immer wieder Gelegenheiten, die Kletterer in der Südwand des Kalblings zu beobachten.

Guter Boden für den Speik

Der idyllische Almboden zwischen den beiden Gipfeln Kalbling und Sparafeld heißt Speikboden und ist nach dem Echten oder Roten Speik (Valeriana celtica) benannt, der zu den streng geschützten Pflanzen gehört. Er war früher für die Erzeugung von Seifen und Kosmetika sehr begehrt, weshalb er stellenweise sogar vor der Ausrottung stand. Die Region hat aber auch andere botanische Kostbarkeiten aufzuweisen.

Da man die Bergwanderung in einer Höhe von fast 1500 Meter beginnt, halten sich die zu bewältigenden Höhenunterschiede in Grenzen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass bei einer Tour auf das Hochtor oder den Großen Buchstein die doppelte Distanz absolviert werden muss.

Der Weg weist keine besonderen Schwierigkeiten auf, lediglich unterhalb der Kalbling-Südwand droht vor allem bei Regen und Nässe Steinschlaggefahr.

Die Wanderroute: Von der per Mautstraße erreichbaren Oberst-Klinke-Hütte steigt man auf der roten Markierung zum Fuß der mächtigen Südwand an. Nun folgt eine längere Querung nach Westen, in einem weiten Bogen erreicht man den Speikboden, wo sich der Weg gabelt. Auf dem linken Ast erklimmt man die letzten Höhenmeter zum Gipfel des Sparafelds. Gehzeit ab Klinke-Hütte 2¼ Stunden.

Zurück zum Speikboden und im Gegenanstieg auf den höchsten Punkt des Admonter Kalblings. Die Gehzeit ab Sparafeld beträgt eine halbe Stunde.

Wieder zurück auf den Speikboden und dann auf der Anstiegsroute hinunter zum Ausgangspunkt Klinke-Hütte. Gehzeit ab Kalbling 1½ bis 1¾ Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 6.7.2013)

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  • Gesamtgehzeit 4¼ bis 4½ Stunden, Höhendifferenz rund 800 m. Kein Stützpunkt auf der Strecke, Oberst-Klinke-Hütte durchgehend geöffnet. ÖK25V Blatt 4214-Ost (Johnsbach), Maßstab 1:25.000.
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 4¼ bis 4½ Stunden, Höhendifferenz rund 800 m. Kein Stützpunkt auf der Strecke, Oberst-Klinke-Hütte durchgehend geöffnet. ÖK25V Blatt 4214-Ost (Johnsbach), Maßstab 1:25.000.

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