Ägyptens Außenminister versichert USA: Es war kein Militärputsch

5. Juli 2013, 06:02
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Afrikanische Union dürfte Ägypten nach Machtwechsel ausschließen

Kairo/Washington -Der Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi war dem Außenminister zufolge kein Militärputsch. In einem Telefonat sagte der ägyptische Außenminister Mohamed Kamel Amr seinem US-Amtskollegen John Kerry am Donnerstag, das Militär habe sich nicht an die Macht geputscht.

Die Definition der Geschehnisse am Mittwoch in Kairo ist wichtig, weil ein Militäraufstand zur Entmachtung eines frei gewählten Staatspräsidenten in der Regel Wirtschaftssanktionen nach sich zieht. Ägypten ist von US-Finanzhilfen abhängig. "Amerika ist ein strategischer Partner Ägyptens und das Wohlergehen Ägyptens ist den USA wichtig", sagte Amr, der bis zur Einsetzung einer Technokraten-Regierung das Land nach außen vertritt.

Afrikanische Union dürfte Ägypten ausschließen

"Ich hoffe, dass die USA die Situation richtig interpretieren. Es war der Wille der überwältigenden Mehrheit des Volkes", sagte der Diplomat. Kerry habe ihm versichert, dass Ägypten ein strategischer Verbündeter sei, dessen Stabilität entscheidend sei.

Die Afrikanische Union (AU) wird Ägypten nach dem Sturz des frei gewählten Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär wahrscheinlich ausschließen. Die AU will sich am Freitag mit dem Thema befassen. In einer Mitteilung hieß es, die Ablösung Mursis sei gegen die ägyptische Verfassung gewesen. Die AU stufe dies dementsprechend als nicht rechtmäßigen Regierungswechsel ein.

Weltbank hofft auf Zusammenarbeit

Ein Insider sagte Reuters, in solchen Fällen sei die übliche Antwort eine Suspendierung. Die AU ist ein Zusammenschluss afrikanischer Staaten, um die Zusammenarbeit auf dem Kontinent zu verbessern. In den vergangenen Jahren hatte die Organisation immer wieder Länder ausgeschlossen, beispielsweise Madagaskar oder zwischenzeitlich Mali.

Die Weltbank hofft unterdessen, die Zusammenarbeit mit Ägypten fortsetzen zu können, wie Bankchef Jim Yong Kim am Donnerstag bei einem Besuch in Chile sagte. Es gehe um das 4,7 Milliarden Dollar (3,63 Mrd. Euro) schwere Kreditprogramm für Ägypten. Der Bankchef ergänzte, es müsse nun Ruhe bewahrt werden und so schnell wie möglich Wahlen geben. (APA, 5.7.2013)

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