Österreicher Mahalbasic klopft an Pforten der NBA

4. Juli 2013, 19:26
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Basketballer spielt in der Summer League gegen "nicht so schlechte" Konkurrenz um die Gunst der Scouts

Orlando/Wien - In der National Football League (NFL) kickten mit Toni Fritsch, Anton Linhart und Raimund Wersching drei Österreicher. In der National Hockey League (NHL) sind österreichische Cracks nichts Besonderes mehr, mit Thomas Vanek ragt einer heraus. Die Basketball-Profiliga National Basketball Association (NBA) kam aber bislang gut ohne heimische Athleten aus.

Das könnte sich mit Rasid Mahalbasic ändern. Der 22-jährige Nationalteamspieler, der in Jesenice, Slowenien, geboren ist, nimmt die NBA Summer League in Angriff. Er wurde in den 19-Mann-Kader von Utah Jazz berufen, das erste Spiel bestreitet Mahalbasic am Sonntag in Orlando gegen Miami Heat. Weitere Gegner sind die Houston Rockets, Brooklyn Nets und Indiana Pacers. Die Summer League ist dazu da, internationale Talente zu sichten sowie neu gedrafteten Spielern und Profis, die in der abgelaufenen Saison wenig spielten, zu Einsatzzeit zu verhelfen.

Mahalbasic hält sich seit einigen Wochen in den USA auf und hat in Los Angeles unter anderem mit Olympiasieger und NBA-Allstar James Harden von den Houston Rockets trainiert. In der Summer League, in der sich traditionell viele Scouts der NBA tummeln, will sich Mahalbasic für größere Aufgaben empfehlen. Einfach ist die Sache nicht. Utah tritt mit vier NBA-Spielern der vergangenen Saison an, zudem finden sich Erstrundendraft Trey Burke und der 2,16 m große Franzose Rudy Gobert im Kader. Verstecken braucht und kann sich Mahalbasic, der zuletzt bei Asseco Prokom in Polen spielte, auch nicht: Er ist mit 2,11 m zweitgrößter Spieler bei Utah.

Konkurrenz "nicht so schlecht"

"Rasid hat mir in einem Mail geschrieben: 'Die Spieler hier sind nicht so schlecht'", sagte Werner Sallomon, der neue Trainer des österreichischen Nationalteams. "Allein das von ihm zu lesen zeigt, wie schwer die Aufgabe wird." Mahalbasic sei sonst keiner, dem man einen Hang zum Understatement vorwerfen könne.

Zwar ist die Freude über Mahalbasics NBA-Chance beim Verband (ÖBV) groß, es schwingt aber auch ein Wermutstropfen mit. Denn der Center könnte dadurch dem Nationalteam bei den ersten Qualifikationsspielen für die EM 2015 in der Ukraine fehlen. Die Möglichkeit, erstmals seit 1977 wieder eine EM zu schmücken, ist so groß wie lange nicht.

Denn 13 Nationen, die die Qualifikation für die EM 2013 im September in Slowenien verpassten, spielen sich in vier Gruppen einen Fixplatz für 2015 aus. Österreichs Gruppengegner sind Luxemburg, Dänemark und die Schweiz. "Alles andere als der Gruppensieg wäre eine Enttäuschung", sagt Kapitän Thomas Schreiner, der bei B.C. River Andorra in Spaniens zweiter Liga auf Korbjagd geht. Los geht's am 1. August in Schwechat gegen Luxemburg.

Neben der erfolgreichen Quali will Sallomon auch mehr Bewusstsein für Basketball schaffen. "Wir müssen in die Schulen gehen, da ist Handlungsbedarf gegeben", sagt er dem Standard. Manche Vereine der heimischen Liga würden die Ausbildung von Talenten nicht ernst genug nehmen. Der Ex-Coach von Klosterneuburg spricht direkt Meister BC Vienna an. "Die haben ihren Schwerpunkt leider auf eine zusammengekaufte Legionärstruppe gelegt." (David Krutzler, DER STANDARD, 5.7.2013)

  • Rasid Mahalbasic könnte der erste Österreicher werden, der in der NBA auf Korbjagd geht.
    foto: epa

    Rasid Mahalbasic könnte der erste Österreicher werden, der in der NBA auf Korbjagd geht.

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