Wohnungsnachfrage ungebremst hoch

4. Juli 2013, 18:50
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Allein die Sozialbau hat 45.000 Vormerkungen. Gemeinnützige vermarkten nun 9.500 leerstehende Garagenplätze in Wien gemeinsam

Wien - Sechs gemeinnützige Wohnbaugesellschaften in Wien haben sich zusammengeschlossen und eine Parkplatzbörse im Internet gegründet, wo diese ihre insgesamt 9500 leerstehenden Garagenplätze anbieten. "Das sind genauso viele, wie es Park-and-Ride-Plätze gibt", sagte Sozialbau-Chef Herbert Ludl am Donnerstag vor Journalisten.

Seit Jahren kämpfen die Gemeinnützigen damit, dass sie per Gesetz dazu verpflichtet sind, je Wohnung einen Garagenplatz bauen zu müssen. Weil diese den Bewohnern allerdings zu teuer sind, stehen derart viele leer.

45.000 Vormerkungen

"Wir wollen die Garagen voll bekommen und die Betriebskosten senken, daher werden die Garagenplätze nun auch nicht Hausbewohnern angeboten", betonte Ludl. Die Kosten sind unterschiedlich und liegen im Schnitt zwischen 34 und 100 Euro, je nach Lage. "Die Vernünftigen", so Ludl, verlangen von den Fremdmietern keinen Genossenschaftsanteil.

Ganz anders ist die Wohnungssituation: Allein die Sozialbau hat 45.000 Vormerkungen, bei 1700 Wohnungen, die die Sozialbau aktuell in Fertigstellung hat. Um diese "unbefriedigende" Situation zu lindern, will Österreichs größte private gemeinnützige Gesellschaft künftig verstärkt auch freifinanzierte Eigentumswohnungen bauen. Das derzeitige Neubauvolumen ist großteils im "Seestadt Aspern"-Projekt in Wien konzentriert. Die 1700 Neubauwohnungen sind fast das Doppelte des langjährigen Schnitts, 2012 waren 914 Wohnungen in Errichtung.

Probleme nach Alpine-Pleite

Wie berichtet, ist die Sozialbau von der Alpine-Pleite nicht in dem Ausmaß wie andere betroffen. Bei dem fast fertigen Wohnhaus beim Hauptbahnhof (die Übergabe war mit Ende Juli geplant) wurde der Vertrag gekündigt. Jetzt spreche man direkt mit jedem der dort tätigen 22 Professionisten, damit der Bau Stück für Stück fortgesetzt werden könne. Das Problem für die Professionisten sei, dass sie für ihre bisherigen Leistungen kein Geld von der Alpine bekämen, deshalb seien vier von ihnen bereits selbst in die Insolvenz geschlittert. Probleme ergeben sich freilich auch bei Haftungsfragen.

Nicht aus Finanzierungsnot, wie Ludl sagt, aber weil die Banken bei Großfinanzierungen restriktiv sind, wird im August eine Anleihe im Volumen von 20 Mio. Euro begeben. Bei zwölfjähriger Laufzeit beträgt die Verzinsung drei Prozent. Leadmanager der Anleihe, die bei institutionellen Investoren platziert wird, ist die Erste Bank.

Die Sozialbau verwaltet 48.000 Wohnungen. Seit dem Vorjahr ist die Vienna Insurance Group Haupteigentümerin. (cr, DER STANDARD, 5.7.2013)

  • Die Sozialbau will nicht nur geförderte Wohnungen bauen, sondern aufgrund der großen Nachfrage auch freifinanzierte. (Bild: gefördertes Projekt im Sonnwendviertel)
    foto: sozialbau

    Die Sozialbau will nicht nur geförderte Wohnungen bauen, sondern aufgrund der großen Nachfrage auch freifinanzierte. (Bild: gefördertes Projekt im Sonnwendviertel)

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