Tour de France: Angewandte Velosophie

Rezension10. Juli 2013, 17:17
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Ein opulenter Band nimmt sich der kleinen und großen Helden des legendären Radrennens an

Als Geburtsstunde der Tour de France kann eindeutig der frühe Abend des 20. Dezember 1902 definiert werden. In einer kleinen Brasserie namens "Zimmer", gelegen zwischen dem Sacré-Cœur und der Pariser Börse, diskutierte die Geschäftsführung der Sportzeitung L'Auto-Veló, wie man aus einer prekären finanziellen Situation herauskommen könnte.

Die Idee einer Radtour durch Frankreich war eine der von Henri Desgrange und Géo Lefèvre ventilierten Varianten. Realisiert wurde das Etappenrennen namens "Tour de France" erstmals im Juli 1903. Die Rennfahrer wurden als "Semeurs d'energie cycliste", als Säende der Radenergie bezeichnet. Die Saat ging auf.

100 Episoden

Heuer wird bereits zum 100. Mal das berühmte Rundrennen ausgetragen, es wurde zu einer kulturellen Institution, die jedes Jahr erneut international den Höhepunkt des Radsportjahres darstellt. Aus der Zeitung von damals wurde L'Equipe, heute eine der größten Sportzeitungen der Welt. Exakt 100 Episoden, gesammelt, sorgsam ediert von der Redaktion von L'Equipe, reflektieren Geschichten und Gschichtln, Hochs und Tiefs.

Abwechselnd erscheinen Reportagen von damals im Originalwortlaut und reflektierende Por­träts der Protagonisten, der Teams, der Domestiken, der großen Helden, der sentimentalen Favoriten, der Verlierer und der Gewinner. Eine Zeittafel und alle Sieger von Etappen, Berg- und Zeitwertungen halten Einzug in die Annalen der Tour de Force, der Überwindung.

Geschmückt mit zahllosen Faksimiles und Fotos aus den Archiven. Exhumiert und rechtzeitig zum Jubiläum opulent mit allerlei Wissenswertem garniert. Illustrierte Zeit-Sport- und Sozialgeschichte. (Gregor Auenhammer, DER STANDARD, 5.7.2013)


Jean-Philippe Bouchard (Hrsg.), Bernard Hinault, Redaktion von "L'Equipe": Tour de France. 100 Rennen und 100 Momente. € 39,90 / 416 Seiten. Delius-Klasing-Verlag 2013


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