"Zauberflöte" und Uraufführung

4. Juli 2013, 17:30
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200.000 Tickets wurden für 28 Seeaufführungen aufgelegt, etwa 10.000 sind noch zu haben

Bregenz - Pamina und Tamino ganz in Goretex, die sie verfolgenden Sklaven ebenfalls im wind- und wasserfesten Outdoorlook. Unverdrossen singt und tanzt man bei den Proben auf der Bregenzer Seebühne gegen den Regen an. Kurz vor der Eröffnung der 68. Bregenzer Festspiele kann man am Bodensee von Emanuel Schikaneders Regieanweisung für die Schlussszene von Mozarts Zauberflöte "Und das ganze Theater verwandelt sich in eine Sonne" nur träumen. Der Regen behindere die Proben nicht, er sei relaxt, sagte Regisseur und Intendant David Pountney beim traditionellen Pressetag der Bregenzer Festspiele am Donnerstag. Der Kartenvorverkauf entspricht Pountneys Festspielmotto "Dem Licht entgegen": Die 28 Seeaufführungen sind beinahe ausverkauft. 200.000 Tickets wurden aufgelegt, etwa 10.000 sind noch zu haben. Premiere der Zauberflöte ist am 17. Juli.

Mit der Hausoper wagt David Pountney wieder ein Experiment. Der Kaufmann von Venedig ist ein unbekanntes Werk des polnischen Musikers und Komponisten André Tchaikowsky, das in Bregenz uraufgeführt wird. Keith Warner inszeniert, Eric Nielsen hat die musikalische Leitung. Mit Leben und Werk André Tchaikowskys beschäftigt sich vom 20. bis 22. Juli ein Symposium im Festspielhaus und eine soeben erschienene Biografie, herausgegeben von der britischen Musikwissenschafterin Anastasia Belina-Johnson. Die tägliche Mühe ein Mensch zu sein erzählt mit Tagebuchausschnitten über den jüdischen Künstler, der 1935 in Warschau als Robert Andrzej Krauthammer zur Welt kam, vor den Nazis versteckt wurde und 1982 im Exil starb. (jub, DER STANDARD, 5.7.2013)

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