Microsoft: Xbox One und Kinect von Grund auf für Werbung entwickelt

4. Juli 2013, 16:06
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Interface und Sensor wurden von Anfang an im Hinblick auf Werbezwecke konzipiert

Werbung ist ein integraler Bestandteil Microsofts kommender Spielkonsole Xbox One. Sowohl das Interface als auch die Funktionen der verpflichtenden Kinect-Kamera wurden von Grund auf im Hinblick auf die Vermarktung von Produkten konzipiert. Dies geht zumindest aus einem Bericht der Branchenseite Sticktwiddlers hervor, die mit Microsoft-Mitarbeitern in London über die neue Konsole gesprochen haben.  

Effektive Werbung

Um Werbung möglichst effektiv in das Menü der Xbox One einzubinden, wird ein Konzept namens "native advertising" verfolgt, bei dem Anzeigen direkt in die normalen Inhalte des Anwenders eingebettet werden. Dadurch sei eine 52 Prozent höhere Klickrate gegenüber konventioneller Werbung zu erwarten, die aus dem Kontext ausgeklammert dargestellt wird. "Bei der (Xbox One) ist die Anzeige Teil der Erfahrung, sie ist nicht etwas Außenstehendes. Der einzige Unterschied ist, dass die Werbung recht klein und nicht störend ist, damit sich User nicht darüber bewusst sind, dass sie auf einen Banner klicken", so ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter Microsofts. "Die Nutzer wissen so, dass wenn sie draufklicken, nichts Verrücktes oder Gefährliches wie im Web geschieht. Alles, was hier landet, haben wir kreiert." Gab es bei der Xbox 360 noch einige technische Limitierungen, hoffe Microsoft die Palette der Möglichkeiten nun ausweiten zu können.

Einbindung von Kinect

Neben der Systemsoftware wurde auch das neue Kinect in die Vermarktungsmöglichkeiten eingebunden. Werbern steht dem Bericht zufolge eine eigene Bibliothek an Schnittstellen zur Verfügung, um die Funktionen des Sensors und des Mikrofons für ihre Zwecke nutzen zu können. Betont wird, dass der Umfang der Werbemöglichkeiten im Vergleich zu jenen der Spielhersteller allerdings beschränkt seien, um die Privatsphäre der Anwender zu schützen. "Im Hinblick auf Werbung ist der Funktionsumfang etwas mehr limitiert, um den User zu schützen", heißt es gegenüber Sticktwiddlers. "Das Unternehmen ist sehr darauf bedacht, den Nutzer vor jeglicher Art des Missbrauchs zu schützen, weshalb gewisse Dinge nicht möglich sind."

Verpflichtend

Bereits im Zuge der Xbox One-Ankündigung betonte Microsoft gegenüber besorgten Konsumenten und Datenschützern, dass Kinect soweit ausschaltbar ist, dass der Sensor zur Sprachsteuerung nur noch auf den Befehl "Xbox On" hört. Ganz weglassen kann man den Sensor jedoch nicht: Zum Gebrauch der Konsole muss Kinect angeschlossen sein.

Zuvor bereits bekannt war ebenso, dass die neue Benutzeroberfläche auf ein System baut, das wie bei Online-Shops Inhalte basierend auf den eigenen Spielgewohnheiten und Empfehlungen von Freunden anpreist. Ein Ansatz, den auch Sony mit dem Interface der PlayStation 4 verfolgt. (zw, derStandard.at, 4.7.2013)

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