Kerviel ficht seine Entlassung an

4. Juli 2013, 14:45
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Jérôme Kerviel will seine Entlassung durch die Société Générale nicht so einfach hinnehmen und zieht vor ein Arbeitsgericht

Paris - Vor einem Pariser Arbeitsgericht hat der französische Skandalbanker Jérôme Kerviel seine Entlassung durch die Großbank Société Générale angefochten. Am ersten Verhandlungstag scheiterte Kerviel am Donnerstag in Paris mit einem Antrag auf ein Gutachten zu der Frage, ob er durch seine Zockerei der Bank tatsächlich einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro einbrockte. "Ich weiß, dass es keinen Verlust gab, es gab nie einen Verlust von fünf Milliarden Euro für die Société Générale", sagte Kerviel vor der Verhandlung. Das Verfahren wurde nach kurzer Zeit auf den 24. März 2014 vertagt.

Kerviel hatte die Societe Generale durch hochriskante Geldgeschäfte fast in den Ruin getrieben, der Skandal wurde Anfang 2008 bekannt. In zwei Prozessen wurde er wegen Vertrauensmissbrauchs, Fälschung und wegen der betrügerischen Eingabe von Daten in das Computersystem der Bank zu drei Jahren Haft und einer Rekord-Schadenersatzzahlung von 4,9 Milliarden Euro an die Bank verurteilt. Kerviel hat gegen seine Verurteilung durch ein Berufungsgericht im Oktober 2012 Revision eingelegt.

Zweifel an Société Générale

Vor dem Pariser Arbeitsgericht klagt Kerviel gegen seine Entlassung 2008 wegen schweren schuldhaften Verhaltens. Seine Anwälte argumentieren, dass eine Entlassung auf dieser Grundlage nur möglich wäre, wenn Kerviel der Société Générale hätte schaden wollen. Das wird Kerviel aber nicht vorgeworfen.

Begleitet wurde Kerviel bei dem Verhandlungstermin von dem französischen Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon, der bei der Präsidentschaftswahl 2012 für Furore gesorgt hatte. Melenchon sagte, Kerviel sei "unschuldig". Es sei "unglaubwürdig", dass Kerviel knapp fünf Mrd. Euro verzockt habe, ohne dass die Société Générale etwas bemerkt habe - "eine Bank, die, wenn jemand sein Konto um zehn Euro überzieht, am nächsten Tag anruft." (APA, 4.7.2013)

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