Ein Preis allein schafft keinen Parkplatz

Kolumne7. Juli 2013, 16:52
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Nach der Auszeichnung mit dem Departure-Preis sucht die "Rad-WG" Anschluss an der Realität

"Jetzt kommen die Mühen der Ebene." Denn nur weil Josef Lueger, Lisa Schmid und Jan Hosa im Juni den mit 7000 Euro dotierten Rad-Ideenpreis von "Cycling Affairs" gewonnen haben, werden sich die Rad-WGs der "Ideen GmbH" nicht von selbst gründen.

Das Trio hatte 200 andere Projekte ausgestochen. Und mit der Idee, in Leerstandlokalen ein Netz von fix und kurzfristig anmietbaren Radabstellplätzen (samt freie Plätze anzeigender App) zu knüpfen, die Jury des von den Wiener Start-up-Förderern "Departure" ausgelobten Wettbewerbes überzeugt.

Es geht ans Eingemachte

Es wurde gelobt. Schultern wurden geklopft. Vollmundig politisch absichtserklärt. Dann gingen alle nach Hause. Er sei Realist, betont Lueger. "Na klar wollen wir das Projekt auch umsetzen: Den Bedarf gibt es. Das Potenzial auch. Und der Preis zeigt ja auch das Interesse der Stadt."

Nun gehe es ans Eingemachte: Immobilien und Finanzierungen aufstellen. Technische Voraussetzungen abklären: "Ein Rad braucht einen Quadratmeter Platz – auf zwei Etagen zu stapeln halbiert den Quadratmeter-Mietpreis." Der läge – im Hinterhoflokal – bei fünf bis acht Euro. "Die gefühlte Grenze für Radfahrer beträgt zehn Euro. Das ist eng."

Zusätzliche Motivation

Darum habe man sich eine Frist gesetzt: "Wir wollen bis Oktober wissen, ob es überhaupt machbar ist." Der Departure-Preis, so der WG-Gründungswillige, motiviere zwar – der Optimismus komme aber anderswo her: "Bisher hat niemand ‚so ein Bledsinn' gesagt. Das macht uns Mut." Freilich nicht nur: "Es ist beunruhigend: Wir sind in Wien. Da ist so was extrem untypisch." (Thomas Rottenberg, DER STANDARD, 5.7.2013)

  • Rad-Ideenpreisträger: Josef Lueger, Jan Hosa und Lisa Schmidt (v.l.n.r.) haben mit ihrer "Rad-WG" den ersten Platz belegt.
    foto: klaus vyhnalek

    Rad-Ideenpreisträger: Josef Lueger, Jan Hosa und Lisa Schmidt (v.l.n.r.) haben mit ihrer "Rad-WG" den ersten Platz belegt.

  • Von der Idee - kurzfristig anmietbaren Radabstellplätzen - bis zur Realität ist es bekanntlich ein weiter Weg. So auch für die noch immer optimistischen Gewinner.
    foto: wiener rad-wg/jan hosa

    Von der Idee - kurzfristig anmietbaren Radabstellplätzen - bis zur Realität ist es bekanntlich ein weiter Weg. So auch für die noch immer optimistischen Gewinner.

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