EBU-Chefin: "Radio und Fernsehen sind keine Feinde der Druckmedien"

4. Juli 2013, 13:06
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Deltenre empfiehlt Kooperation von Öffentlich-Rechtlichen und Privaten - "Wenn es den Privaten gut geht, geht es auch den öffentlich-rechtlichen Mediengut"

Wien - "Radio und Fernsehen sind keine Feinde der Druckmedien", betonte Ingrid Deltenre, Generaldirektorin der European Broadcasting Union (EBU) am Donnerstag bei einem Symposium der "Wiener Zeitung", wo sie intensiv für eine "konstruktive Zusammenarbeit von öffentlich-rechtlichen und privaten Medien" warb. Denn, "wenn es den Privaten gut geht, geht es auch den öffentlich-rechtlichen Medien gut" und umgekehrt gehe es den Zeitungen noch lange nicht besser, wenn es den Öffentlich-Rechtlichen schlechter gehe, so Deltenre.

Es sei eine Tatsache, dass der Druck auf Medienmacher aufgrund der sinkenden Werbeetats groß ist, und dass die öffentlich-rechtlichen Medien dank der Gebührenfinanzierung davon weniger betroffen sind. Allerdings warnte Deltenre vor dem Phänomen, dass Verleger infolge dessen "gegen die populären Internetportale der öffentlich-rechtlichen Sender kämpfen". Vielmehr seien Kooperationen im "investitionsintensiven Internetbereich" Gebot der Stunde, so Deltenre.

Medien unter Kontrolle bringen

Auch die öffentlich-rechtlichen Medien hätten ein Problem und das heißt: die Politik. "Politiker wissen genau, wie wichtig glaubwürdige Medien sind, und sie versuchen, sie unter ihre Kontrolle zu bekommen. Das ist das Problem der Öffentlich-Rechtlichen und das ist überall gleich", so die EBU-Generaldirektorin. Unabhängigkeit sei das Ziel.

Medien, egal ob gedruckt oder elektronisch, haben eine Gemeinsamkeit: Sie stehen in der Pflicht, Nutzen zu stiften und Wirkung zu erzielen. "Wir sind zum Erfolg verdammt", sagt Deltenre. Medien hätten einen Informations-, einen Erklärungsauftrag, das bedeutet, "wir müssen Komplexität reduzieren und Verständlichkeit herstellen, um Verständnis zu finden", außerdem spielen Medien eine wichtige Rolle im Herstellen gemeinsamer Werte, die für eine Demokratie unerlässlich sind, so Deltenre. (APA, 4.7.2013)

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