Schwarzfahrtickets verteilt: Anklage gegen Grazer Öffi-Kontrolleure

4. Juli 2013, 12:34
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24 Beschuldigte sollen für Schaden von mehr als 110.000 Euro verantwortlich sein

Graz - Ein Schwarzfahrticket-System hat für 24 ehemalige Grazer Kontrolleure ein gerichtliches Nachspiel: Die Anklage wegen Untreue ist fertig und nennt einen Schaden von mehr als 110.000 Euro. Für diesen Betrag muss sich der Hauptangeklagte verantworten. Den übrigen Angeklagten wird Betrug für Teilbeträge in der Höhe von 1.000 bis 6.000 Euro vorgeworfen, bestätigte Staatsanwaltssprecher Hansjörg Bacher am Donnerstag entsprechende Medienberichte.

Der 53-jährige Hauptangeklagte soll zwischen 2009 und September 2011 dem Großteil der Kontrolleure einer privaten Sicherheitsfirma sein Schwarzfahr-System näher gebracht haben: Dabei wurden ungültige Fahrscheine mit der jeweiligen Dienstnummer versehen und an Freunde und Familienangehörige weitergegeben. Bei Kontrollen wurden die "Schwarzfahrer" damit verschont.

Teilweise geständig

Nachdem das System aufgeflogen war, wurden die beschuldigten Mitarbeiter entlassen und Mitwisser versetzt. Der 53-Jährige bestritt bisher die Vorwürfe, die anderen Angeklagten sind teilweise geständig. Die Sicherheitsfirma hat den Schaden, welcher der Holding Graz als Öffi-Betreiber entstanden war, beglichen. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. (APA, 4.7.2013)

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