Pkw-Unfälle vorgetäuscht: 300 Fälle in Wien aufgedeckt

4. Juli 2013, 12:16
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Zwei Gruppen verursachten laut Polizei mit gezielten Unfällen einen Gesamtschaden von mindestens 850.000 Euro

Wien/Belgrad - Das Wiener Landeskriminalamt hat zwei auf Versicherungsbetrug spezialisierte Gruppen ausgeforscht. Polizeisprecherin Adina Mircioane bestätigte am Donnerstag einen Bericht der "Kronen Zeitung". Nach rund eineinhalb Jahren Ermittlung fanden Ende Juni die vorerst letzten Verhaftungen statt.

Insgesamt sollen die sechs Personen mit rund 300 fingierten Pkw-Unfällen einen Gesamtschaden von mindestens 850.000 Euro angerichtet haben, sie sollen dabei "Schwachstellen" bei Meldeämtern und Zulassungsstellen ausgenützt haben.

Gezielte Kollisionen durchgeführt

Bei den Fällen von schwerem gewerbsmäßigem Betrug gingen die beiden Tätergruppen nahezu ident vor, indem sie als ersten Schritt ahnungslose serbische Staatsbürger in Wien anmeldeten und in ihrem Namen Kfz-Versicherungen abschlossen. Im Internet wurden billige Pkws erstanden und diese auf die Neugemeldeten zugelassen.

Mit der Absicht, möglichst hohe Sachschäden zu erzielen, führte man danach gezielte Kollisionen mit den Autos durch. Laut Mircioane wurden in einigen Fällen auch unbeteiligte Autolenker in Unfälle verwickelt.

Schäden wurden billig behoben

Danach wurde auch Bekannte und Verwandte dafür eingesetzt, die beschädigten Pkws bei den Versicherungen vorzuführen. Die Schäden ließ man in Ungarn oder Serbien billig beheben, um in der Folge die Fahrzeuge entweder weiterzuverkaufen oder für weitere Betrügereien zu verwenden

Die zuletzt im Juni verhaftete Gruppe soll 200 Fälle mit einem Schaden von 500.000 Euro verursacht haben. Bei der bereits im Februar verhafteten Parallel-Organisation sprach Mircioane von 100 Fällen mit 350.000 Euro Schadenssumme. In diesem Fall soll ein ehemaliger Versicherungsvertreter Haupttäter gewesen sein, rumänische Prostituierte sollen hier als angebliche Pkw-Besitzerinnen agiert haben.

Laut Polizei gab es bei den Versicherungsbetrügern nicht nur im Vorgehen Überschneidungen, sondern die Tätergruppen könnten einander auch gekannt haben, da sie alle aus der gleichen Ortschaft in Serbien stammen sollen. (APA, 4.7.2013)

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    Die mutmaßlichen Betrüger sorgten für mutwillige Kollisionen (Symbolbild).

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