Japan umschifft Krise durch schlechtes Englisch

4. Juli 2013, 11:54
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Finanzminister Taro Aso erklärt, warum Japans Banker die Finger von giftigen Finanzprodukten ließen

Japan-Reisenden ist es vermutlich bekannt: Englisch zählt nicht zur Lieblingssprache der Menschen an der Ostküste Asiens. Was für Touristen allenfalls und potenziell beschwerlich ist, hat für den dortigen Finanzsektor auch Gutes. Zumindest wenn man den Aussagen des japanischen Finanzministers Taro Aso Glauben schenkt.

Warum die Banken des Landes von der internationalen Finanzkrise vergleichsweise wenig betroffen seien, erklärt Taro Aso sich und der Finanzwelt laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" so: "Die Manager japanischer Banken verstehen kaum Englisch." Deswegen hätten sie damals die Finanzprodukte der amerikanischen Banken, die die Subprime-Krise auslösten und bis heute schwer auf den Bilanzen der Europa-Banken lasten, auch nicht gekauft und seien so quasi ganz ohne eigenes Zutun der internationalen Kreditkrise entronnen. Zumindest die Bankszene in Tokio soll auf Asos Erklärungen mit hochgezogenen Augenbrauen reagiert haben.

Aso selbst soll übrigens ganz vorzüglich Englisch sprechen, so die Zeitung. Deswegen sei der Finanzminister, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist, dieser Tage neben einer bekannten Fernsehansagerin zum Werber für die Olympiabewerbung Tokios für 2020 ernannt worden. Es werde sicher Eindruck machen, wenn Japaner im September vor dem Internationalen Olympischen Komitee die Bewerbung Tokios ohne einen Übersetzer präsentieren, erklärte ein Sprecher der Stadtverwaltung stolz. Aso habe "einen großen Namen", meinte der Sprecher. "Er ist Weltklasse." (red, derStandard.at, 4.7.2013)

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Frankfurter Allgemeine Zeitung: Schlechtes Englisch schützt vor Finanzkrise

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    Taro Aso hat eine eigene Erklärung dafür, warum Japans Banken relativ ungeschoren durch die Krise kommen.

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