Ehemalige ÖVP-Europaabgeordnete Ranner angeklagt

4. Juli 2013, 10:24
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Staatsanwaltschaft Leoben erhebt Anklage wegen schweren Betrugs und Untreue

Leoben/Graz - Die Staatsanwaltschaft Leoben hat gegen die ehemalige ÖVP-Europaabgeordnete Hella Ranner Anklage wegen schweren Betrugs und Untreue erhoben. Die Anklageschrift sei beim Landesgericht für Strafsachen Graz eingebracht worden, teilte Staatsanwaltschaftssprecherin Nicole Dexer am Donnerstag mit und bestätigte damit einen Bericht der "Kleinen Zeitung".

Ranner wird vorgeworfen, einer Privatperson zwei Darlehen von je 50.000 Euro betrügerisch herausgelockt und durch Missbrauch ihrer Befugnis als geschäftsführende Gesellschafterin einer Rechtsanwaltssozietät um rund 387.000 Euro geschädigt zu haben.

"Erschlichene Prämien"

Ihr früherer Arbeitgeber, die Linzer Anwaltskanzlei Saxinger, Chalupsky & Partner (SCWP), warf Ranner vor, die Kanzlei geschädigt zu haben - "vornehmlich durch erschlichene Prämien und ungerechtfertigt erstellte Honorarforderungen" zwischen 2006 und 2008. Sie war unmittelbar vor dem Einlangen der Anzeigen mit ihrer Sanierungsfirma in die Pleite geschlittert.

Das Verfahren war wegen Befangenheit von Graz an das Landesgericht Leoben verlegt worden, verhandelt wird nun aber in Graz. Ranner, die Ende März 2011 zurückgetreten ist, wies die Vorwürfe stets zurück. "Das Faktum der Anklage freut mich nicht, ich fürchte mich aber auch nicht", wurde sie in der "Kleinen Zeitung" zitiert. (APA, 4.7.2013)

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    Hella Ranner hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

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