Tödliche Kletterunfälle in Tirol, Steiermark und Niederösterreich

4. Juli 2013, 19:38
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Grazer Studentin stürzte in der Bärenschützklamm 50 Meter in die Tiefe - 29-Jähriger verunglückte bei Klettertour auf Hoher Wand - Deutscher starb bei missglückter Abseilaktion in Tirol

Pernegg/Neunkirchen - Kletterunfälle kosteten am Mittwoch und am Donnerstag drei Menschen in Österreich das Leben.

Ohne Sicherung aufgestiegen

Eine 24-jährige Studentin ist auf einer Route in der steirischen Bärenschützklamm am Fuße des Hochlantsch (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) abgestürzt und getötet worden: Die junge Frau hatte ihren Rucksack verloren und war beim Versuch, ihn aus einer Felswand zu bergen, ausgerutscht.

Der Unfall ereignete sich nach Angaben von Polizei und Rotem Kreuz am Mittwoch gegen 15.30 Uhr, als zwei Studentinnen aus Graz auf der Kletterroute "Grastöterdiagonale" am Rampenwulst unterwegs waren. Eine der Frauen verlor ihren Rucksack, der über eine Felswand fiel und schließlich dort hängen blieb.

Nachdem beide Frauen über den Weg zum Wandfuß abgestiegen waren, machte sich die 24-Jährige alleine und ohne Sicherung auf, um den Rucksack aus der Wand zu holen. Dabei verlor sie den Halt und rutschte aus. Sie stürzte etwa 50 Meter in die Tiefe. Ihre Begleiterin verständigte die Rettungskräfte, auch ein Hubschrauber wurde angefordert. Die Reanimationsversuche blieben erfolglos.

80-Meter-Sturz auf Hoher Wand

Am Donnerstag ist nach Angaben der NÖ Landespolizeidirektion ein 29-Jähriger bei einer Klettertour auf der Hohen Wand (Bezirk Neunkirchen) abgestürzt und getötet worden. Auch hier war der Bergsteiger mit einem Kompagnon ohne Partnersicherung unterwegs und wollte eine Route der Schwierigkeit III plus überwinden. Sein Kamerad war vorgestiegen. Der 29-Jährige überholte noch zwei Zweierseilschaften, dann sah sein Kollege, wie er abstürzte.

Über gestuftes Wandgelände stürzte der Bergsteiger 80 Meter in die Tiefe und blieb in einer Schuttrinne liegen. Er wurde tödlich verletzt. Ein Polizeihubschrauber barg das Opfer mit einem Tau. 

Letaler Unfall bei Canyoningtour in Tirol

Ebenfalls am Donnerstag verunglückte in Tirol ein Deutscher nach einem Absturz beim Abseilen. Der Unfall ereignete sich bei einer Canyoningtour in der Auerklamm im Ötztal (Bezirk Imst).

Die Einsatzkräfte waren kurz nach 12.00 Uhr alarmiert worden. Der Deutsche war mit einem Begleiter unterwegs. Der Mann dürfte ertrunken sein. Die Erhebungen zur Unfallursache waren aber noch nicht abgeschlossen. Die Leiche des Mannes wurde mit einem Hubschrauber geborgen. (APA/red, 4.7.2013)

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