Faymann befördert Mitarbeiterin nach Paris

4. Juli 2013, 08:37
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Die frühere Duchatczek-Mitarbeiterin Marlies Stubits-Weidinger folgt Wolfgang Petritsch als OECD-Botschafterin nach

Wien - Der Posten ist ebenso attraktiv wie wichtig: In der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris wird die internationale Vorgangsweise im Kampf gegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche koordiniert, weiters erarbeitet die Industriestaaten-Organisation politische Empfehlungen in allen möglichen Bereichen - von Bildung, über Gesundheit bis zu den Pensionen. Die Abstimmung mit den Mitgliedern erfolgt über die nationalen Vertretungen.

Die österreichische wurde bisher von Wolfgang Petritsch geleitet. Ihm folgt nach einem Ministerratsbeschluss Marlies Stubits-Weidinger nach, die kaum diplomatische Erfahrungen aufweist. Sie betrat die politische Bühne vor knapp zwei Jahren, als sie von der Nationalbank in das Bundeskanzleramt wechselte. Dort nahm Stubits eine Doppelrolle ein: stellvertretende Kabinettchefin von Werner Faymann und Büroleiterin von Staatssekretär Josef Ostermayer. In der OeNB hatte der Abgang für Aufsehen gesorgt. Stubits bekam zwei Wochen vor Beginn der neuen Tätigkeit, für die sie karenziert wurde, eine Beförderung. Sie wurde zur Leiterin einer Abteilung ohne Portfolio ernannt.

Im Licht der OeBS-Affäre

Den Wechsel nach Paris wollen Eingeweihte auch im Lichte der Affäre Gelddruckerei OeBS sehen, in der Wolfgang Duchatczek angeklagt ist. Stubits fungierte bis zu ihrem Wechsel vom Otto-Wagner- zum Ballhausplatz als Bürochefin des früheren Vize-Notenbankgouverneurs. Aktenkundig ist, dass sie Duchatczek auf diversen Auslandsreisen begleitet hat. Dem früheren Notenbanker und OeBS-Aufsichtsratschef wird ebenso wie weiteren Angeklagten Bestechung, Behilfe zur Untreue und Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt. Er bestreitet die Vorwürfe und es gilt die Unschuldsvermutung. Böse Zungen behaupten, mit dem Wechsel nach Paris solle Stubits aus der Schusslinie des Verfahrens genommen werden.

Dem stehen ihre Qualifikationen gegenüber. Die Juristin erfülle alle Kriterien der Ausschreibung "in höchstem Ausmaß", urteilte die Begutachtungskommission. Hervorgehoben werden "umfassende Kenntnisse" in Wirtschafts- und Finanzpolitik und "eingehende Kenntnisse" über die Bedeutung der OECD. (Renate Graber/Andreas Schauder, DER STANDARD, 4.7.2013)

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    Paris, für manche die Stadt der (erfüllten) Träume.

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