"Initiative Flutopfer" droht Verbund mit 250-Millionen-Klage

3. Juli 2013, 14:43
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Verbund soll wegen Versäumnissen während des Hochwassers zur Verantwortung gezogen werden

Wien/Linz - Nach dem Hochwasser an der Donau von Anfang Juni droht die "Initiative Flutopfer" dem Verbund mit einer Klage. Ihr Vertreter, der Rechtsanwalt Andreas Rabl, erklärte in einer Presseaussendung am Mittwoch, es sei geplant einen Schaden von 250 Millionen Euro einzuklagen.

Der Anwalt wirft dem Verbund mehrere Versäumnisse vor, vor allem die nicht rechtzeitige Warnung der behördlichen Einsatzleitung und der Bevölkerung vor einer drohenden Flut.

Schäden hätten vermieden werden können

Weiters stelle sich die Frage, ob sie nicht durch vorzeitiges Öffnen der Schleusen abgewendet werden hätte können. Der Sprecher der Initiative Christoph Schilchegger argumentiert in der Presseaussendung: "Wäre ich rechtzeitig informiert worden, hätte ich sofort reagieren und damit Schäden vermeiden können."

Rabl vertritt Unternehmer und Privatleute, die sich geschädigt fühlen und sich in der Initiative zusammengeschlossen haben. Die von ihm Vertretenen machen einen Schaden von sechs Millionen Euro geltend.

Gutachten wird abgewartet

Die Initiative will vorerst außergerichtliche Gespräche mit der Verbund AG führen, damit rasch und unbürokratisch geholfen werden könne. Außerdem soll das von Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) in Auftrag gegebene Gutachten der Universität Kassel zu dem Hochwasser abgewartet werden.

Falsche E-Mail-Adresse

Weiters wolle man aber auch Aufklärung darüber, wie es unbemerkt bleiben konnte, dass der Energieversorger offenbar die Pegelstände an eine falsche E-Mail-Adresse geschickt hatte. Dies sei auch ein Grund dafür, dass die Bevölkerung zu spät gewarnt worden sei.

In der Nacht auf den 4. Juni stieg das Hochwasser deutlich stärker als erwartet. Goldwörth, Ottensheim und Walding wurden überflutet. Der Verbund hatte zuletzt eingeräumt, die Flutung des Eferdinger Beckens sei kein Zufall gewesen. (APA, 3.7.2013)

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