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ELEKTRO MOSKVA

8. Juli 2013, 00:00

Der aktuelle Dokumentarfilm erzählt von sowjetischer und postsowjetischer "Elektrogeschichte". Von Musikern und Erfindern, Genies und Bastlern, vom "russischen Edison" Leon Theremin, von der "Space-Ära" der 1960er-Jahre und der Massenproduktion von Synthesizern in den frühen 1980er-Jahren. frame[o]ut hat das Regieduo des Films für ein Interview getroffen.

ELEKTRO MOSKVA ist ein Essayfilm mit einer kulturgeschichtlichen Komponente. Dennoch spürt man eine starke politische Omnipräsenz. Wie beeinflusst die sowjet- und postsowjetische Geschichte die filmische Erzählung?

Uns war es wichtig keinen trockenen historischen Film zu drehen, sondern eine Reflexion aus einer sehr persönlichen subjektiven Sichtweise. Doch ganz gleich welches Thema Du aufgreifst, Kultur und Politik sind immer untrennbar. In Russland kommt noch die Militärpräsenz in jedem Lebensbereich hinzu.  Die elektronische Musikszene war da keine Ausnahme, denn die kreativsten Köpfe standen im Dienst des Militärs. Zu Hause aber waren sie leidenschaftliche Künstler. Die Mikrohistorie von ELEKTRO MOSKVA spiegelt somit ein Gesamtbild von Leben und kreativen Schaffen in einem totalitären Regime.

Im Teaser Text zum Film heißt es, "eine jüngere Generation von Musikern interpretiert ihr Erbe neu und führt es in eine ungewisse Zukunft". Was bedeutet das?

Bis auf einen unserer Protagonisten, der nicht im alten sowjetischen System aufgewachsen ist, tragen alle anderen den Ballast der Vergangenheit in sich. Neben Raubtierkapitalismus herrschen noch immer die alten Geheimdienststrukturen, die ihre Kontrolle ausüben. In der Kunst, in der Bildung und in der Wissenschaft. Es ist immer noch unmöglich sich frei zu äußern und das System zu kritisieren.  Die großen Hoffnungen, die Perestroika und das Ende des Kommunismus mit sich gebracht haben, sind derzeit auf einem neuen Tiefpunkt angelangt.

Wird ELEKTRO MOSKVA in Russland gezeigt werden?

Ja, definitiv. Wir haben uns auch die Frage gestellt für wen der Film interessanter sein könnte. Für ein russisches oder ein westliches Publikum. Hier funktioniert der Film, weil Russland noch ein exotisches Tierchen ist. In Russland sind die politischen Dimensionen, die im Film als Subtext thematisiert werden allen bekannt. Die "Elektrogeschichte" ist jedoch auch dort ein unbekanntes Feld. Die Erzählstimme, gesprochen von Andrei Andrianov, ein Schauspieler und Performancekünstler, eröffnet einen Insiderblick auf diese unbekannte Geschichte Russlands mit einer sarkastischen Note. Das russische Publikum lacht bei diesem Film erfahrungsgemäß – das haben wir bei Testscreenings erlebt - viel mehr, als die Leute hier.

Hattet Ihr bei den Dreharbeiten Probleme mit den Behörden?

Als wir Tonaufnahmen bei einem kalorischen Kraftwerk machten wurden wir verhaftet. Den blubbernden, säuselnden und dröhnenden Geräuschen, lauschten stundenlang, sehr aufmerksam und erstaunt am Revier fünf Polizisten. Sie waren sich nicht ganz sicher, ob sie uns für Terroristen halten sollten und ob unsere Soundaufnahmen eine Gefahr für irgendetwas oder jemanden darstellten. Ähnliche Situationen erlebten wir mehrmals.

Wann wird ELEKRTO MOSKVA in Österreich in die Kinos kommen?

Das wissen wir noch nicht. Derzeit tourt der Film noch auf internationalen Filmfestivals erfolgreich um den Globus. Nach Nyon – "Visions du Réel" und dem "Sheffield Doc/Fest" haben wir zahlreiche Anfragen, wie etwa aus Osteuropa, Kanada, Japan, Südamerika und den USA.


Datum: Freitag, 12.07. - Eröffnungsnacht
21.00h Begrüßung: Dr. Christian Strasser (Direktor, MQ Wien) und Publikumsgespräch mit Martina Theininger (frame[o]ut Leitung) und Elena Tikhonova & Dominik Spritzendorfer
21.30h  ELEKTRO MOSKVA, A 2013, 85min, OmeU
Ort: Hof 8, an den Boulebahnen, Open Air
Schlechtwetterlocation: Podium | Az W
Eintritt frei

Details zum Programm:

www.elektromoskva.com

www.frameout.at

www.mqw.at

  • Spritzendorfer & Tikhonova
    foto: rotor film

    Spritzendorfer & Tikhonova

  • Elektro Moskva
    foto: rotor film

    Elektro Moskva

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