Lohnkürzungen kein Krisenrezept

3. Juli 2013, 13:10
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Statt Senkung der Lohnstück-Kosten durch Lohnkürzungen empfiehlt das Wifo den Krisenländern Investitionen in Bildung und Innovationen

Wien - Weil wirtschaftlich weniger produktive Regionen in einer Währungsunion ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht durch eine Währungsabwertung verbessern können, können sie ihren Rückstand gegenüber den besser entwickelten Regionen nur selten aufholen. Das zeigt das Wifo in einer aktuellen Untersuchung und empfiehlt den Ländern in Südeuropa verstärkte Investitionen in Bildung und Innovationen, was aber nur mit Unterstützung der EU und ihrer Kernländer möglich sei.

Eine Senkung der Lohnstückkosten durch Lohnkürzungen sei kein taugliches Mittel um einen Wettbewerbsrückstand aufzuholen, meinen die Wifo-Volkswirte. Zwischen 1991 und 2009 hätten nur sieben der 58 Regionen im Quartil (statistisches Maß, Anm.) mit der niedrigsten Produktivität ihres Landes in die obere Hälfte der Verteilung gewechselt - das hätten sie nicht durch Lohnkürzungen geschafft, sondern durch eine höhere Investitions- und Innovationstätigkeit, einen höheren Industrialisierungs- und Bildungsgrad.

Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die Länder der südeuropäischen Peripherie angesichts ihrer angespannten finanziellen Lage solche Strategien ohne finanzielle Unterstützung von außen umsetzen können, heißt es in der Analyse. Die politische Unterstützung durch die Kernländer des Euroraumes scheine daher unbedingt erforderlich. (APA, 3.7.2013)

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    Der Mond ist aufgegangen - ein Blick auf das Madrider Geschäftsviertel. Investieren empfehlen die Wifo-Forscher.

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