Exxon verdrängt Apple, Europa fällt aus Top Ten

3. Juli 2013, 11:14
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Die USA bauen ihre Vormachtstellung mit ihren Öl- und Gaskonzernen aus

Cupertino - Schuldenkrise in Europa, überraschend schwache Konjunktur in Asien: Anleger kommen derzeit nicht an Unternehmen aus den USA vorbei. Unter den 100 teuersten börsennotierten Unternehmen der Welt tummeln sich 47 aus den USA. An der Spitze hat Energieriese Exxon Apple verdrängt. Infolge der Schuldenkrise sind nur noch 30 europäische Gesellschaften unter den ersten hundert und keine in den Top Ten, berichtete die Wirtschaftsprüfungsfirma Ernst & Young.

Milliardenreigen

Das wertvollste Unternehmen der Welt ist zur Jahresmitte Exxon. Der Energieriese hat den Computerhersteller Apple wieder vom Thron gestoßen und ist laut der Studie knapp 402 Milliarden Dollar wert (309 Milliarden Euro) - sieben Milliarden Dollar mehr als vor einem halben Jahr. Der Börsenwert der Herstellers von iPhone und iPad sank hingegen in den vergangenen sechs Monaten um mehr als 128 Milliarden auf 372 Milliarden Dollar (286 Milliarden Euro). Auf den Plätzen drei und vier folgen Google und Microsoft.

Unternehmen aus den USA sind die Giganten der Weltbörsen: Neun der zehn teuersten Unternehmen der Welt kommen aus den Vereinigten Staaten, fast jedes zweite Unternehmen im Top-100-Ranking hat dort seinen Sitz. Europa ist in den Top Ten gar nicht mehr vertreten, China nur noch mit einem Unternehmen, der Industrial and Commercial Bank of China. Als bestplatzierter deutscher Konzern belegt Volkswagen Rang 60.

Geringe Investitionsbereitschaft

Während die Zahl der nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen in den USA seit Jahresbeginn von 39 auf 47 stieg, sank die Bedeutung Europas und Asiens. "Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in den Krisenländern, die Sparmaßnahmen der Regierungen und die geringe Investitionsbereitschaft der Unternehmen lassen eine Konjunkturerholung in der Eurozone derzeit als sehr unwahrscheinlich erscheinen", sagte Ernst & Young-Partner Thomas Harms.

Auch China entwickle sich schwach: Die Zahl der chinesischen Unternehmen in der Rangliste ist von zehn auf neun gesunken. "Die China-Euphorie ist vorerst vorbei", sagte Harms und erinnerte an die überraschend schwachen Konjunkturdaten sowie die Skepsis in Bezug auf die Stabilität des dortigen Finanzsektors. (APA, 3.7.2013)

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    Arbeitslosigkeit, Sparmaßnahmen und die geringe Investitionsbereitschaft der Unternehmen sind nicht gut für Europa.

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