Gegen ÖVP-Linie: Auch Haslauer will gemeinsame Schule

3. Juli 2013, 10:11
59 Postings

Salzburger Landeshauptmann: Eine Schulform für alle 10- bis 14-Jährigen, Gymnasium nur noch für "spezielle Bildungsbiografien"

Salzburg/Wien - Salzburgs Landeshauptmann und ÖVP-Chef Wilfried Haslauer setzt die "Westachse" mit seinen schwarzen Amtskollegen Markus Wallner und Günther Platter in der Schulpolitik in die Tat um. Wie der Vorarlberger und der Tiroler Landeshauptmann schert nun auch er aus der Linie der Bundes-ÖVP aus und plädiert für die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen.

Die Langform des Gymnasiums solle nur noch für "spezielle Bildungsbiografien" bleiben, also etwa ein Europagymnasium mit fünf Fremdsprachen, sagte Hauslauer den "Vorarlberger Nachrichten". Anders als die Bundes-ÖVP sei man in Salzburg der Meinung, "dass im Endausbau Realgymnasien keine Unterstufe mehr brauchen; dort reicht die Neue Mittelschule aus".

"Haben uns dazu bekannt und machen das auch"

In Hallein gebe es einen Schulversuch, bei dem am Gymnasium nach den Kriterien der Neuen Mittelschule unterrichtet werde. "Wir haben uns dazu bekannt", so Haslauer, "und machen das auch." Die Bundespartei lehnt den Schulversuch für die gemeinsame Schule prinzipiell ab.

Die Bildungspolitik sei ein entscheidendes Thema für die Weiterentwicklung, sagt Haslauer auf die Frage, ob sich die Bundes-ÖVP in dieser Frage bewegen solle. Am Ende müsse es gelingen, die Standpunkte anzunähern.

Schwarz-Grün-Gelb "salonfähig" gemacht

Dabei habe man es aber in Salzburg vielleicht etwas einfacher, räumte Haslauer ein, denn dort gebe es keine Große Koalition. Haslauer hat eine Regierung gemeinsam mit Grünen und dem Team Stronach gebildet. "Etwas zurückhaltend" ist er in der Frage, ob das auch ein Modell für den Bund wäre - "aber in Salzburg wurde natürlich eine gewisse Salonfähigkeit geschaffen". (APA, 3.7.2013)

Share if you care.