Evo Morales' 13-stündiger Aufenthalt auf dem Wiener Flughafen

Livebericht
3. Juli 2013, 13:46

Boliviens Präsident saß 13 Stunden in Wien fest - Spanien und Frankreich hatten Morales' Maschine die Überfluggenehmigung entzogen, weil sie NSA-Aufdecker Snowden an Bord vermuteten - Argentinien und Ecuador wollen UNASUR-Sondersitzung einberufen

Dienstagnacht ist das Flugzeug von Boliviens Präsident Evo Morales unerwartet am Flughafen Wien-Schwechat gelandet. Spanien und Frankreich hatten der Maschine kurzfristig die Überfluggenehmigung entzogen. Grund war das Gerücht, dass sich der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden an Bord aufhielt. Morales hatte an Snowdens mutmaßlichem Aufenthaltsort Moskau eine internationale Konferenz besucht und befand sich auf dem Rückflug nach La Paz.

Morales und sein Team verbrachten die Nacht in Wien-Schwechat, hielten Pressekonferenzen ab und bekamen in der Früh Besuch von Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer und Außenminister Michael Spindelegger. derStandard.at war vor Ort und twitterte über die Ereignisse während der Nachtstunden.

Snowden nicht an Bord

Schon in der Nacht bestätigte Alexander Schallenberg, der Sprecher des österreichischen Außenministers, dass sich Snowden nicht an Bord der Maschine befand. Laut Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) hatte Bolivien eine "freiwillige Nachschau" österreichischer Beamter im Flugzeug gestattet. Morales allerdings bestritt, dass jemand an Bord gewesen sei, auch die Anwesenheit Snowdens im Flugzeug sei lediglich ein Gerücht gewesen.

Mittlerweile ist die bolivianische Präsidentenmaschine Richtung Spanien weitergeflogen. Die Flugzeit von Wien nach La Paz beträgt circa 15 Stunden. (red, derStandard.at, 3.7.2013)

Neuester Eintrag unten
3.7., 11:43
Foto: Matthias Cremer.
3.7., 10:46
Außenminister Michael Spindelegger trifft in Schwechat ein. (Foto: Stajic)
3.7., 10:35
Boliviens Präsident Morales am Flughafen Wien-Schwechat. (Foto: Stajic)
3.7., 10:34
Vor dem VIP-Terminal stauen sich mittlerweile die Journalisten. (Foto: Niederndorfer)
3.7., 11:54derStandard.at/International

Und wir verlassen den Livemodus ...

... und bedanken uns für die Aufmerksamkeit. Bleibt abzuwarten, wie sich diese diplomatische Ausnahmesituation auf die Beziehungen zu den betroffenen Ländern auswirkt. Hintergründe und Kommentare darüber lesen Sie demnächst auf derStandard.at und im STANDARD.
3.7., 11:52derStandard.at/International

Video: Evo Morales verlässt Wien nach einem 13-stündigem nächtlichen Aufenthalt

3.7., 11:41derStandard.at/International

Die Präsidentenmaschine hat die Kennung FAB1 ..

... und kann auf flightradar24 nachverfolgt werden: http://www.flightradar24.com/FAB1"
3.7., 11:38derStandard.at/International

Florian Niederndorfer: Der Bus mit Morales ...

... fährt nun los zum Flugzeug, das auf dem Flugfeld wartet. Ein Polizeiauto eskortiert ihn.
3.7., 11:37derStandard.at/International

Noch ein Video

3.7., 11:36derStandard.at/International

Gesperrt oder nicht?

Morales übte bei seinem Abschied noch einmal scharfe Kritik an den Ländern, die ihm die Überfluggenehmigung verweigert hatten. Spanien hatte zuletzt eingelenkt, nachdem zuvor bereits Italien, Frankreich und Portugal der Maschine gestattet hatten, ihren Luftraum zu benutzen. Morales sagte, er sei "in Geiselhaft" genommen worden. Die für seine Festhaltung in Wien verantwortlichen Länder hätten einen "historischen Fehler" begangen. AP zitiert allerdings nicht näher genannte offizielle französische Quellen, nach denen Frankreich den Luftraum nie gesperrt habe.
3.7., 11:03Florian Niederndorfer

Als die Frage nach österreichischem Personal an Bord gestellt wird,

endet die Pressekonferenz mit Morales. Zuvor sagte er: "Nein, ich habe keinen Besuch gesehen." Spindeleggers Statement kann also hier nicht bestätigt werden, es häufen sich aber die Hinweise, dass es widerlegt ist.
3.7., 10:59derStandard.at/International

Zum Auftanken auf die Kanaren

Der Zwischenstopp, den die spanische Regierung am Mittwoch genehmigte, soll auf der Kanaren-Insel Gran Canaria zum Auftanken des Flugzeugs erfolgen. Das teilte das spanische Außenministerium mit.
3.7., 10:55derStandard.at/International

Evo Morales ist übrigens seit 2005 ...

... Präsident seines Landes. Er ist Chef der sozialistischen Partei Movimiento al Socialismo (MAS). Morales präsentiert sich als Kämpfer für die unterdrückte und ausgegrenzte Indio-Mehrheit seines Landes und für die Coca-Bauern. Im Jahr 2003 war Morales einer der Anführer der Massenproteste, bei denen im Kampf um die Verteilung der Erdgaserträge mindestens 60 Menschen starben und die erst durch die Flucht von Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada in die USA endeten.
3.7., 10:54Florian Niederndorfer

Er bemüht sich sichtlich, den Namen Edward Snowdens zu memorieren

3.7., 10:52Florian Niederndorfer

Morales tritt vor die Presse

3.7., 10:48Florian Niederndorfer

Unter Journalisten hier gibt es große Zweifel,

ob tatsächlich österreichisches Personal die Maschine durchsucht hat, wie Spindelegger behauptet. Ob er unter großem Druck stehe, will eine Kollegin vom Minister wissen. "Ich halte ihm stand", so Spindelegger.
3.7., 10:42Florian Niederndorfer

"Ich habe nicht selber nachgeschaut"

ob Snowden an Bord war oder nicht, sagt Spindelegger. Laut Crew war auch kein anderer Österreicher an Bord, um das zu überprüfen. Morales selbst hat die Anwesenheit des US-Bürgers in seiner Maschine ausdrücklich verneint.
3.7., 10:40derStandard.at/International

Exkurs zu Mikl-Leitners Aussagen im "Morgenjournal":

"Sie sehen, Österreich hat seinen Luftraum nicht gesperrt, sondern die Maschine durfte selbstverständlich landen, obwohl andere Staaten offensichtlich Sorge und Angst hatten." Wäre Snowden tatsächlich in der Maschine gewesen und hätte sie verlassen, wäre man nach Schema F vorgegangen: Identifizierung und Erstgespräch mit der Asylbehörde und die Einleitung eines Asylverfahrens.
3.7., 10:38Florian Niederndorfer

Spindelegger spricht

Morales dankt Österreich für die Gastfreundschaft. Er habe nicht gewusst, warum sein Jet in Wien gelandet ist. Spanien habe noch keine Überflugsgenehmigung erteilt, sagt der Außenminister. Spindelegger will nicht sagen, ob es sich bei Morales' Landung um eine Notlandung gehandelt habe.
3.7., 10:36derStandard.at/International

Anscheinend genehmigte Spanien ...

... gerade ganz offiziell den Überflug.
3.7., 10:31derStandard.at/International

Morales darf auch Außenminister Spindelegger treffen

3.7., 10:28Florian Niederndorfer

Kaum ist die Morales-Pressekonferenz aus

und die Presse von den Kranichen aus dem VIP-Terminal gebeten, versammelt sich die Kollegenschaft wieder vor dem Eingang. Was tut sich da hinter der geschlossenen Milchglastür? Wir werden es in Kürze wissen.
3.7., 10:25derStandard.at/International

Morales musste sich ...

... angeblich den Namen Snowden aufschreiben lassen, weil er nicht wusste, um wen es geht.
3.7., 10:22derStandard.at/International

Spanien hat bisher noch keine ...

... offizielle Freigabe erteilt.
3.7., 10:19derStandard.at/International

Morales spricht zur Presse

3.7., 10:13derStandard.at/International

Olivera Stajic: Morales weiter:

"Wenn jemand Probleme hat, kann er Asyl beantragen. Wir nehmen zumindest niemanden im Flugzeug mit. Ich kenne Snowden nicht und habe ihn nie gesprochen. Ich wollte nicht nach Russland zurückfliegen, damit es keine Spekulationen gibt."
3.7., 10:11derStandard.at/International

Olivera Stajic: Morales spricht:

... "Vielen Dank an die Presse für die Geduld. Wir warten auf die offizielle Erlaubnis von Spanien, um den Flugraum benutzen zu dürfen. Der spanische Botschafter war vor fünf Stunden hier und bat um einen Kaffee im Flugzeug. Ich habe abgelehnt. Die Präsidentenmaschine ist wie eine Botschaft. Er hat dann mit seinem Außenminister telefoniert. Er sagte aber auch, er müsse mit Freunden reden. Ich frage mich, mit welchen Freunden."
3.7., 10:03derStandard.at/International

VIP-Terminal des Flughafens Wien, 3.7.2013, 10 Uhr

3.7., 10:00derStandard.at/International

Olivera Stajic vom Flughafen: Morales möchte sich ...

... scheinbar auch selbst noch mal zu Wort melden.
3.7., 09:58derStandard.at/International

Morales und Fischer

3.7., 09:53derStandard.at/International

Olivera Stajic aus Schwechat: Ausreiseroute ...

... Morales hat anscheinend eine spanische Überflugsgenehmigung mit Route über die Kanarischen Inseln bekommen. Der spanische Botschafter in Wien hat seinen "Besichtigungswunsch" übrigens sehr diplomatisch geäußert. Er bat Morales, mit ihm eine Tasse Kaffee in der Präsidentenmaschine trinken zu dürfen. Dies lehnte Morales jedoch ab. Er dürfte die Absicht durchschaut haben. Er beharrte auf der Wahrung des internationalen Rechts und soll gesagt haben: "Wir trinken den Kaffee lieber im Flughafengebäude."
3.7., 09:50derStandard.at/International

Video: Fischer am Flughafen

3.7., 09:49derStandard.at/International

Olivera Stajic aus Schwechat: Der spanische Botschafter ...

... verlangte übrigens von Morales, einen Blick in die Präsidentenmaschine werfen zu dürfen, ob Edward Snowden sich an Board befindet. Was Morales natürlich mit Verweis auf internationales Recht zurückwies. Bundespräsident Fischer sprach anscheinend ein Machtwort und garantierte Morales die ungestörte und unverzügliche Weiterreise.
3.7., 09:42derStandard.at/International

Olivera Stajic aus Schwechat. Bundespräsident Fischer ...

... der vor Ort geeilt ist, gibt gerade bekannt, dass alle Voraussetzungen für einen Weiterflug erfüllt sind.
3.7., 09:37derStandard.at/International

Am Dienstag um 23 Uhr landete in Wien-Schwechat ...

... eine nicht alltägliche Privatmaschine: Das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten musste in der Bundeshauptstadt einen unfreiwilligen Stopp auf dem Weg von Moskau nach La Paz einlegen. An Bord: der Präsident Evo Morales selbst und sein Verteidigungsminister Rubén Saavedra Soto. Das Gerücht: Auch Edward Snowden könnte an Bord sein. Und Um 2.30 Uhr morgens lud der bolivianische Botschafter in Wien zu einer eilig einberufenen Presskonferenz im VIP-Terminal des Flughafens. derStandard.at-Chefin vom Dienst Olivera Stajic fand sich ebenfalls ein und ist bis jetzt am Flughafen, um die User und Userinnen über die Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.