"Zur nächsten Wahl werden wir die Absolute haben"

  • Auf dem Podium: Alexandra Föderl-Schmid (Moderation), Christian Eichhorn, Frank Stronach, Vincent Luger, Peter Plaikner.
    foto: standard/cremer

    Auf dem Podium: Alexandra Föderl-Schmid (Moderation), Christian Eichhorn, Frank Stronach, Vincent Luger, Peter Plaikner.

Er würde auch den Papst duzen, verriet Frank Stronach bei "Zukunft am Wort ". Im Vorfeld der Nationalratswahl diskutierte er mit Jugendlichen über Bildungspolitik, Wirtschaft und seine "WTF-Werte"

Wien - Eigentlich werden bei "Zukunft am Wort" Politiker von Jugendlichen befragt, doch Frank Stronach stellte das Prinzip kurzerhand auf den Kopf. Zuerst einmal habe er selbst eine Frage: "Trinkt keiner von euch Bier? Ich hätte ja schon eins erwartet", beschwerte sich der gebürtige Steirer ob des Wasserglases vor ihm. Ob er denn nicht um die Vorbildwirkung bei einer Jugendveranstaltung wisse, wollte STANDARD-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid wissen. Uneinsichtig entgegnete der Parteigründer: "Bier ist gesünder als Cola", und sorgte gleich für die ersten Lacher.

Was dann folgte, war eher erwartbare Kost: Es gibt bekannterweise ein paar Anekdoten, die erzählt Frank Stronach immer wieder gerne, verlässlich wie ein Uhrwerk - und ganz gleich, ob er danach überhaupt gefragt wird. Wie er mit harter Arbeit einen Weltkonzern aufgebaut hat, gehört etwa zu seinem Standardrepertoire. "Wir sind nicht rechts, wir sind nicht links, wir sind keine Protestpartei", ist ein weiterer Stronach'scher Klassiker. Und wenn man den 80-Jährigen nach seiner politischen Motivation befragt, holt er stets wie folgt aus: "Die Leute fragen, mich: Frank, warum machst du das? Ich brauche von niemandem etwas, das Leben war unglaublich gut zu ..."

"Die Geschichte kennen wir glaube ich alle schon", unterbrach Vincent Luger, noch bevor Stronach seinen Satz beenden konnte. Die Intention des 21-jährigen Studenten der Pädagogischen Hochschule Wien war klar: Die "Zukunft am Wort"-Diskussion mit Stronach sollte keine Wiederholung des unvergessenen "ZiB 2"-Interviews" vom April werden. Damals hatte Stronach seinen Interviewer Armin Wolf mit einer nicht aufhören wollenden Monologorgie schlicht überrollt.

Diese Befürchtung stellte sich jedoch als unbegründet heraus, denn bei der vom Standard und ORF Wien initiierten Diskussionsreihe zeigte sich Stronach sichtlich bemüht, auf die gestellten Fragen einzugehen. Zusätzlich zu Luger debattierte der Spitzenpolitiker noch mit dem 19-jährigen Schüler Christian Eichhorn, während Medienexperte Peter Plaikner mit politischen Analysen zur Seite stand und Alexandra Föderl-Schmid moderierte.

Stronach duzt auch den Papst

Es dauerte gar nicht lang, da kam Frank Stronach schon auf sein Lieblingsthema zu sprechen: seine Werte "Wahrheit, Transparenz und Fairness" - auf Schulhöfen auch in Anlehnung an den gängigen Internetslang als "WTF-Werte" umschrieben.

"Diese Werte sind nicht unbedingt neu, aber durchaus professionelle politische Kommunikation", resümierte Plaikner. Stronach werde von der Bevölkerung im Bereich Wirtschaft die stärkste Kompetenz zugeschrieben, was allein schon aufgrund seiner Biografie als erfolgreicher Unternehmer herrühre. Zudem werde der Wahlkanadier stets als authentisch wahrgenommen, jedoch nicht immer in Einheit zu seinen propagierten Werten. Oder, wie es ein Schüler bei der anschließenden Publikumsfragerunde formulierte: "Sie haben sicher keine schlechten Absichten, in die Politik zu gehen - aber wenn man dann Fragen stellt und weitergräbt, wird es inhaltslos."

Ebenjener Schüler kritisierte auch, dass sich Stronach zwar nach außen hin stets gegen Freunderlwirtschaft aussprechen würde, tatsächlich aber sowohl mit dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl sowie mit dem niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll auf Du und Du sei. Eine Anschuldigung, die der Neopolitiker so nicht auf sich sitzen lassen wollte: "Ich sag zu allen Du - ob's der Papst ist, wurscht. Nur zu alten Frauen sage ich Sie."

Auf die Frage hin, wie man den Jüngeren (Frauen und Männern) die Politik wieder schmackhaft machen kann, richtete sich der Unternehmer mit einem spontanen Angebot ans jugendliche Publikum: "Es würde mich freuen, wenn ihr alle beim Team Stronach dabei wärt - es gibt viel zu tun."

Konkret wurde Stronach in Bezug auf seine Vorhaben im Bildungsbereich: So forderte er Spezialuniversitäten, denn bei den derzeitigen Massen-Unis würde die "einzelne Person verlorengehen". Zudem favorisierte er das sogenannte australische Studiengebührenmodell, bei dem die Studenten die Gebühren erst zurückzahlen, wenn sie im Berufsleben stehen.

Vollmundige Ansagen

Gegen Ende der Diskussion warf Schüler Eichhorn die Frage auf, warum fast zwei Drittel der Bevölkerung Stronach für regierungsunreif halten. Dieser wollte davon nichts wissen und setzte dem verdutzten Publikum selbstbewusst die Pistole an die Brust: "Wenn Sie wüssten, dass Sie morgen sterben würden - wem würden Sie dann Ihr letztes Geld anvertrauen, dem Faymann oder mir?" Zum Abschluss verkündete er noch vollmundig: "Zur nächsten Wahl hat das Team Stronach die absolute Mehrheit."

Trotz der vielen Ansagen vom Spitzenkandidaten blieben nach der Debatte noch einige Fragen offen. Also bot Stronach kurzerhand an, die Diskussion ein anderes Mal mit den Jugendlichen weiterzuführen. Vielleicht bei einem Bier oder auch zwei.(David Tiefenthaler/Max Miller, DER STANDARD, 3.7.2013)

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Das nächste Mal wird er allerdings die abolute haben - den absoluten Nullpunkt; der passt auch ganz gut zu ihm, so wie er sich jetzt, nach den Wahlen aufführt. Wer ihn einmal gehört hat, erkennt ziemlich schnell, dass da nicht viel dahinter ist - außer Phrasen.

Ach, nichts rechts? Darum die ganzen Ex-BZÖ, Ex-ÖVP usw Leute auf vorderen Positionen?

Na links kann er nicht sein, wenn er Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte abschaffen will...

Die übliche neoliberale Propanda, und danach brav für die Reichen agieren und der Pöbel soll schweigen...

WTF-Werte

Haha, warum wohl werde ich mir das merken ;-)

Ist halt eine LOL-Partei...

Ich duze jeden ...

erinnert mich an die Volksschule: "Du, Frau Lehrer!"

Ich glaub ja eher

er wird eine 2/3 Mehrheit bei der nächsten Wahl einfahren, mit WTF zielt er genau auf die Sprache der Jugend ab.

Er bereichert die Kleinkulturszene enorm!!!

"Wenn Sie wüssten, dass Sie morgen sterben würden - wem würden Sie dann Ihr letztes Geld anvertrauen, dem Faymann oder mir"

weder links noch rechts und keine Protestpartei?! klingt da ein bisschen anders...
australisches Modell? ich glaube da zahlen aber auch alle Gebühren, nicht nur jene Studenten, "die die Wirtschaft nicht braucht"!

wenn ich morgen sterbe

ist mir wurscht, wer meinen pulver kriegt!

Wenn er schon

so ein Sendungsbewußtsein hat, hätte er gleich die Hypo Alpe Adria kaufen können.

...nein,nein das ist schon dem Gummistiefler sein Ding...

ich verstehs nicht....

... in österreich gibt es so viele spannende neue politik projekte und die medien schreiben sich nur über den stronach die finger wund. warum?

In Australien zahlt man nach dem Studium Gebühren zurück?

Cooles Land, indem man während des Studiums Gebühren bekommt.

...gestundet bekommt,schlicht und einfach nur das...

Und später bezahlt,so läuft das dort.

Zur nächsten Wahl ist er 85???

Da wird er möglicherweise schon nicht mehr unter uns sein. Aber die Österreicher (Kärntner) haben schon einmal eine Leiche gewählt.

da scheint ein denkfehler vor zu liegen

die nächste (nationalrats)wahl ist heuer im herbst.

WTF-Werte ...?

Eine Scheiß-drauf-Politik haben wir sowieso schon ... Was soll daran so bahnbrechend sein ...?

ich hab ein wenig das problem, das mein wissenschaftliches, berufliches sowie privates verständnis von staat, recht, politik, gesellschaft und wirtschaft in seinen grundzügen so weit von dem abweicht, was stronach vertritt und sagt, dass ich es als mühsam empfinde ihm zuzuhören. das ist für mich als würde jemand einen vortrag über statistik halten und diesen beginnen mit den worten "ausgehend von der tatsache 1+1=3, möchte ich...".
abgesehen davon verursacht bei mir sein auftreten in all seiner skurrilität eine form von fremdschämen, die tatsächlich zu körperlichem unwohlsein führt. ich muss aber zugeben - ich bin in dieser hinsicht schon immer ein waserl, ich kann mir auch saturday night dings nicht anschaun.

außer Phrasen nichts gewasen

ausser fraesen nix gewesen

STRONACH FOREVER !

Österreich fürchtet sich !

Feymann macht mich sicher ...

... man muss ihm höchstens 15 Sekunden zuhören.

Herr Vincent Luger hat halt gezeigt,

... dass er mit dem Schnellzug durch die Kinderstube gebraust ist.
Auch eine Information.

im gedenken was

eine eintrittskarte zu einer kabarettveranstaltung kostet, bin ich enttäuscht diese diskussion mit monologcharakter versäumt zu haben.

Mache auch eine Aussage

Zut nächsten Nationalratswahl wird es ein Team Stronach nicht mehr geben!

Wenn er sich da nicht zuviel vorgenommen hat!

da müßte er nämlich noch ordentliche summen in die volksverblödungsmedien orf und krone investieren!

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