Retro-Essig

9. Juli 2013, 16:44
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In den 1980ern über alles geschüttet, was irgendwie feiner schmecken sollte, kann aus reiner Frucht vergorener Himbeeressig heute einfache Kombinationen zu memorabler Köstlichkeit hochzwirbeln

Himbeeressig war, in unheiliger Allianz mit Basilikumpesto, eine der ersten Delikatessen, mittels derer unsereins kulinarisch Isolierte in den 1980er-Jahren aus dem Hirtenspießkoma geholt wurden.

Lange vor Balsamico wurde er über alles geschüttet, was irgendwie feiner schmecken sollte. Das konnte nicht gut gehen, weshalb Kinder jener Zeit bis heute panisch werden, wenn der fruchtige Essig sich irgendwo manifestieren darf. Schade.

Memorable Köstlichkeit

Aus reiner Frucht vergorener Himbeeressig hat nämlich das Zeug, einfache Kombinationen zu richtig memorabler Köstlichkeit hochzuzwirbeln. Salat aus Ziegenkäse, Spinat und Waldbeeren etwa oder geeiste Rote-Rüben-Creme. Aber auch Innereien mit ihrer oft ausgeprägten Erdenschwere reagieren auf das fruchtige Säurespiel mit augenblicklichem Abheben in leichtere Sphären. Kalbsleber und Zwiebeln mit einem ordentlichen Schuss Himbeeressig abgelöscht etwa oder Lammhirn in einer Sauce aus brauner Butter und Essig.

Gewürzspezialist Wiberg hat im Zug seiner Expansion ins Premiumsegment richtig guten Himbeeressig ins Programm genommen. Nach dem Öffnen sollte er im Kühlschrank aufbewahrt werden! (Severin Corti, Rondo, DER STANDARD, 5.7.2013)

  • Wiberg Himbeeressig, 250 ml / € 11,90 im Delikatessenfachhandel, z. B. bei Selection Neubauer, Porzellangasse 50, 1090 Wien.
    foto: der standard

    Wiberg Himbeeressig, 250 ml / € 11,90 im Delikatessenfachhandel, z. B. bei Selection Neubauer, Porzellangasse 50, 1090 Wien.

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