Wieder zu Hause

Einserkastl2. Juli 2013, 19:03
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Warum "bei uns" doch nicht alles einigermaßen logisch zugeht und man das am Postkastl erkennt

Aus einem Nachbarland zurückkehrend, in dem zwar nach wie vor die Zitronen blühen, aber dessen Infrastruktur sich auf ein Dritte-Welt-Niveau zubewegt, tröstet man sich übers Urlaubsende mit dem Gedanken hinweg, dass es "bei uns" wenigstens einigermaßen logisch zugeht und alles ganz gut funktioniert. Dies wird sofort erschüttert, wenn man durch den Flughafen Wien zu dessen Ausgang hatscht, denn da ist nichts logisch, aber gut, funktionieren tut es ja, solange man nicht völlig fußmarod ist.

Aber dann, dann kommt man zum heimischen Postkasten. Natürlich hat man ein Urlaubspostfach eingerichtet - inklusive der sich jährlich wiederholenden Lächerlichkeit der händisch durchgestrichenen Einwilligung, seine Adresse von der Post weiterverscherbeln zu lassen: Wer's glaubt, wird selig. Aber der Postkasten ist trotzdem knallvoll - wie sich herausstellen wird, ist mehr drinnen, als einem im Urlaubspostfach auf dem Postamt erwartet.

Das Hauspostfach ist gefüllt mit der üblichen unerwünschten Werbung, ein paar Schreiben, die am Urlaubspostfach vorbeigeflattert sind - und jeder Menge Post an andere Leute. An andere Leute, die an anderen Adressen wohnen. Man folgert: Urlaubsvertretung. Die Leute, die vielleicht auf ihre Briefe warten, tun einem leid - aber man tut sich auch selbst leid. Denn der Verdacht liegt nahe, dass auch ein Teil der eigenen Post in fremden Postkästen gelandet ist. (guha, DER STANDARD, 3.7.2013)

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