Amon: "Wenn Stiftungsräte meinen Job wollen, sollen sie das sagen"

2. Juli 2013, 17:38
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Wie die Sitzung zum Thema Radiosymphonieorchester und Radiokulturhaus genau ablief, da scheiden sich die Zeugenaussagen

Wien - Noch haben die Verfassungsrichter keine Entscheidung ausgefertigt, ob und wie der ORF soziale Medien nutzen darf. Aber privat dürfen auch ORF-Direktoren. Der Facebook-Account namens Karl Amon lädt zum Beispiel ein, der Facebook-Gruppe "Unterstützt das RSO" beizutreten. Im Stiftungsrat und in der Führung des ORF schaffte der echte Amon jedenfalls, das Gegenteil zu verhindern, berichten Ohrenzeugen der jüngsten Sitzung im Juni.

Wie die Sitzung zum Thema Radiosymphonieorchester und Radiokulturhaus genau ablief, da scheiden sich die Zeugenaussagen. Ein Stiftungsrat will von Radiodirektor Amon gehört haben: Er werde es schaffen, dass Orchester und Radiokulturhaus ihre Kosten 2014 decken können. Die Stiftungsräte könnten ihn da beim Wort nehmen - und sonst einen anderen Radiodirektor suchen.

Das verneinen andere Teilnehmer der Sitzung zumindest ebenso glaubhaft. Amon habe den Spar- und Finanzbedarf für beide Institutionen dargelegt, wenn die Republik dem ORF 2014 Gebührenbefreiungen nicht mehr abgilt. Das RSO müsse dann eine Million mehr aufbringen, das Radiokulturhaus eine halbe. Das hält Amon für realistisch - und soll in der Sitzung betont haben: Die Zielvorgabe sei Aufgabe der Stiftungsräte, die Umsetzung aber sein Job. O-Ton laut Ohrenzeugen: "Wenn die Stiftungsräte meinen Job machen wollen, sollen sie das sagen." Bestätigungen stehen aus. Die Räte wollten offenbar nicht. (fid, DER STANDARD, 3.7.2013)

  • Ohren auf vor dem Radiokulturhaus: Für das sucht ORF-Direktor Amon eine halbe, für das Orchester eine ganze Million.
    foto: standard/newald

    Ohren auf vor dem Radiokulturhaus: Für das sucht ORF-Direktor Amon eine halbe, für das Orchester eine ganze Million.

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