Bezug zwischen Doping und Krankheit vermutet

Profikicker sterben sechsmal so häufig an ALS wie die Durchschnittsbevölkerung

Rom - Er trug dreimal den Dress der italienischen Nationalmannschaft - darunter im März 1989 in Wien in einem Freundschaftsspiel gegen Österreich (1:0). Er gewann 1990 mit dem AC Milan den Europapokal der Landesmeister. Und er erkrankte neun Jahre nach seinem Rücktritt 1996 an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose). Am 27. Juni 2013 hat Stefano Borgonovo seinen Kampf im Alter von nur 49 Jahren verloren. Joseph Blatter, Präsident des Weltverbandes Fifa, sprach in seiner Beileidsbekundung vom "Verlust eines Mannes, der menschliche und sportliche Werte vereinte".

Der Tod des ehemaligen Profikickers wirft im italienischen Sport allerdings auch neue Fragen über Verbindungen zwischen ALS und der Einnahme von Dopingmitteln auf. Der Verdacht ist, dass Fußballer Dopingsubstanzen genommen haben könnten, die die Erkrankung begünstigten.

Bereits 2008 hat der auf Dopinguntersuchungen spezialisierte Staatsanwalt Raffaele Guariniello Ermittlungen bezüglich ALS, das auch "Gehrig-Syndrom" genannt wird, eingeleitet. An dieser Krankheit sind in den vergangenen Jahren Fußballer wie Gianfranco Signorini, der wie Borgonovo beim AC Fiorentina gespielt hatte, oder der polnische Nationalspieler Krzystof Nowak gestorben. Nowak, der beim Vfl Wolfsburg spielte, starb 2005 im Alter von 29 Jahren.

"Die Ermittlungen laufen weiter", sagte Guariniello. Es sei auch nicht auszuschließen, dass bestimmte Pestizide, die auf den Spielfeldern versprüht wurden, die Krankheit des Zentralnervensystems ausgelöst haben könnten. Der Staatsanwalt sorgte erst im Mai für Aufsehen, als er in einer TV-Doku die 1996er-Mannschaft von Juventus Turin des Epo-Dopings verdächtigte. Mit Spielern wie Alessandro Del Piero und Didier Deschamps gewann Juve damals die Champions League.

Unter den Fußballern, sagt Guariniello, sei die ALS-Todesrate sechsmal höher als unter der Durchschnittsbevölkerung. Auch im Fall von Österreichs Legende Ernst Ocwirk, 1954 mit dem Team WM-Dritter, wird ermittelt. Es sei nicht auszuschließen, dass Ocwirk 1980 im Alter von 53 Jahren am Gehrig-Syndrom verstorben ist. ALS ist eine irreversible Sklerose (Verhärtung von Organen oder Gewebe), die laut Ärzten mit physischem Stress und mit Traumata zusammenhängt. (krud, sid, DER STANDARD, 3.7.2013)

  • Finger weg von Dopingmitteln!
    foto: reuters/leonhard foeger

    Finger weg von Dopingmitteln!

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20 Postings
titel falsch

prinipiell, wird ein zusammenhang zwischen schaedel hirn traumata und als vermutete. das wird zumindest von sportaerztlicher seite und neurochirurg. seite diskutiert.

da scheinen die bis dato als ungefaehrlich eingestuften schlaege auf den kopf, zusammenstoesse, sowie auch kopfbaelle (ab einer gewissen anzahl pro jahr) ohne bewusstlosigkeit od. kopfschmerzen eine gewisse rolle bei der pathogenese div. hirnerkrankungen zu spielen.

Noch eine sensationelle Enthüllung: Bezug zwischen Bumsen und Schwangerschaft vermutet.

das könnte korrelieren, aber sehen Sie da einen kausalen Zusammenhang?

Zieht das Doping nicht in den Dreck!

Die Fußballer sind sicherlich nicht die schlimmsten Doper. Wenn Doping wirklich ALS begünstigen würde, dann müßte das bei anderen Sportarten noch stärker gehäuft auftreten. Davon ist mir aber nichts bekannt. Möglicherweise sind sportliche Menschen etwas anfälliger für ALS, aber letztlich tappen wir bei dieser Krankheit noch völlig im dunklen. Dann sollte man allerdings hier auch nicht so wild herumspekulieren.

Bezug zwischen Doping und Krankheit vermutet

ach so?

Kann man denn (an die adressiert, die mehr davon verstehen als ich) anhand der gehäuft auftretenden Erkrankung Rückschlüsse auf die Art des Dopings ziehen?

Im Artikel steht ja, die ALS- Todesrate sei unter Fußballern höher als unter der Durchschnittsbevölkerung, somit wohl auch höher als unter Handballern, Baseballspielern, Radfahrern usw.
Weist dies also darauf hin, dass im Profifußball mit anderen Mitteln gedopt wird als in anderen Sportarten?

der prozentsatz der professionellen handballer, radfahrer, etc. an der gesamtbevölkerung ist so gering, das merken sie nicht. und selbst wenn, die nichtsportler können z.b. deutlich drunter liegen. aus dem unterschied kicker - gesamtbevölkerung kann man über alle anderen sportler somit genau gar nichts aussagen ;)

FC Bayern,FC Bayern......!!!

Doping bringt doch nix im Fussball ;)

köstlich find ich immer, dass doping im fussball nix bringt. nirgends bringt doping soviel wie im fussball - bei dem terminplan und den verdienstmöglichkeiten!

Wäre schön, wenn Doping auch im Fussball endlich angeschaut werden würde.

Noch schöner wäre es, wenn wir alle den Profifussball so lange boykottieren könnten, bis sämtliche korrupten Machenschaften bei FIFA und Co. beendet und wir es mit offenen, ehrlichen und fairen Verbänden zu tun hätten.

Wir aber leider nie passieren.

Ach nee - es wird ja nur im Radsport gedopt ...!

wer hat das behauptet? fuentes sicher nicht

aburaihan!

aber hat nicht franz beckenbauer gesagt, dass doping den fußballern nix bringt? das kann also garnet sein.

das kann zu dem zeitpunkt, als er das sagte sogar richtig gewesen sein - heute ist ein GANZ anderes tempo im spiel

der beckenbauer hat doch noch nie im leben ein becken gebaut....

also der beckenbauer war ein begnadeter spielmacher...

aber laufleistung von damals mit heute will ich nicht vergleichen. da gewinnt jede regional liga mannschaft gegen die WMsieger von damals. ('74)

Aber in einem hat der Franz recht wenn der Spieler nicht laufen WILL, hilft auch kein Doping :)

Den Spruch hab ich sogar gestern hier unter einem Rad-Artikel gelesen, aber da wurde die Radsportcommunity noch als realitätsfern bezeichnet.

HA ! Das war doch erst vor kurzem auf Laola1 zu lesen !

http://www.laola1.at/de/fussba... 9-88-.html

Wenn laut dieser Quelle 50 von 24.000 Fußballern erkranken und in der Normalbevölkerung 1 von 100.000, ist das Risiko 200* höher!!

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