Geduld mit Götze, Nachsicht mit Nike

2. Juli 2013, 16:41
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Mit einem Leiberl seines Privatsponsors sorgte Mario Götze für einen Fauxpas beim ersten Auftritt für den FC Bayern

München - Wenn Mario Götze in Kürze zusammen mit seinem Bruder Fabian in Münchens Innenstadt eine Männer-WG bezieht, dürfte Mario Gomez schon nicht mehr in der bayerischen Metropole weilen. Der Abschied des Torjägers von Bayern München zum AC Florenz ist nur noch eine Frage der Zeit.

Während der 27-Jährige den deutschen Fußball-Rekordmeister nach vier Jahren etwas frustriert verlassen dürfte, erhofft sich der 21 Jahre alte Götze von seinem Wechsel einen weiteren großen Schritt in seiner noch jungen Karriere. "Das ist sportlich für mich der richtige Weg. Ich bin überzeugt, dass ich mich hier noch weiterentwickeln werde", sagte der Ex-Dortmunder bei seiner Präsentation am Dienstag. Er spiele jetzt "beim besten Verein der Welt - was für eine Herausforderung".

Sport-Vorstand Matthias Sammer sprach von einem "guten Tag für den FC Bayern" und würdigte Götze als "außergewöhnlichen Fußballer" und als einen "der herausragenden Spieler der Welt".

Noch muss Götze wegen der Folgen eines Muskelbündelrisses pausieren - Ende Juli will er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen -, doch natürlich wolle er beim Triple-Sieger "möglichst viel erreichen. Wir haben sehr große Ziele und einen großen Trainer".

Ärger mit Nike-Leiberl

Für Aufregung sorgte Götze, als er mit einem Nike-T-Shirt bei der Pressekonferenz antanzte. In der Adidas-Welt des FC Bayern (die drei Streifen gehören zum Triple-Sieger wie das Oktoberfest zu München) wurde das freilich nicht gerne gesehen. Adidas-Sprecher Oliver Brüggen sagte zur  Müncher "Abendzeitung“: "Die Bilder von der heutigen Pressekonferenz mit Mario Götze haben uns negativ überrascht. Vertraglich ist das natürlich nicht zulässig, da es sich um einen offiziellen Termin des Adidas-Partners FC Bayern München handelt.“ Adidas hat sich beim Verein beschwert, dieser hat sich mittlerweile entschuldigt.

Es war nicht der erste Fauxpas von Götze. Auf Facebook hat sich der Jungstar erst kürzlich gewaltig vertippt und in einem Eintrag gepostet, dass er sich auf "ein neues Kapital in seiner Karriere" freue. Da soziale Medien grundsätzlich gnadenlos sind, war ihm die Häme vor allem von seiten der Dortmund-Fans natürlich gewiss.

Mario und Pep

In dieser Woche hat der 37-Millionen-Euro-Einkauf der Bayern jedenfalls mit der Reha begonnen. "Ich fühle mich momentan sehr gut", sagte Götze, aber natürlich sei es "blöd zu sehen, dass die anderen trainieren".

Götze wird am Donnerstag auf jeden Fall mit ins Trainingslager der Münchner an den Gardasee reisen. Er werde dort ein "spezielles Programm" absolvieren, sagte er. Er wolle zudem die "Mannschaft kennenlernen" und sich "einleben. Das ist sehr, sehr wichtig".

Mit Pep Guardiola hat Götze bereits ein längeres Gespräch geführt, über die Philosophie des Spiels und seine mögliche Rolle, die der eines Lionel Messis bei Barcelona ähneln könnte. Doch Vergleiche mit dem argentinischen Weltstar ("Für welchen Fußballer ist er kein Vorbild") wehrte der gebürtige Memminger ebenso entschieden ab wie mit seinem Ex-Klub in Dortmund.

Das gehöre der Vergangenheit an, meinte er lapidar. Er wollte einfach "etwas Neues" beginnen. Für ihn sei es jetzt nur "wichtig, dass ich fit werde und mich an die Umgebung gewöhne. Alles andere wird sich zeigen".

Keinen Druck verspürt er angeblich wegen der hohen Ablöse von 37 Millionen Euro. Dies zeige doch "eine große Wertschätzung und spielt keine Rolle". Vielmehr sei er stolz, "dass ich mit 21 meinen Traum als Fußballer leben kann". (sid/red, derStandard.at, 2.7.2013)

  • Ein paar Wochen wird es noch dauern für Mario Götze.
    foto: epa/hassenstein

    Ein paar Wochen wird es noch dauern für Mario Götze.

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