Pompeji könnte Status als UNESCO-Welterbe verlieren

2. Juli 2013, 13:39
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UN-Organisation drängt auf rasche Umsetzung von dringend nötigen Restaurierungsarbeiten

Neapel - Trotz mehrfacher Beteuerungen der zuständigen Behörden und finanzieller EU-Unterstützung liegt in der weltbekannten Ausgrabungsstätte Pompeji bei Neapel immer noch vieles im Argen. Die antiken Gebäude bröckeln dahin, von versprochenen Renovierungsarbeiten ist wenig zu bemerken. Nun droht dem archäologischen Kleinod sogar der Verlust seines Status' als UNESCO-Welterbe, sollte die Regierung in Rom bis Ende Dezember die dringlichsten Instandsetzungsarbeiten nicht umsetzen. Die UN-Kulturorganisation will sich bis zum 1. Februar 2014 Zeit nehmen, um zu bewerten, ob die Schritte zur Sanierung des archäologischen Geländes reichen, sagte der Präsident der italienischen UNESCO-Kommission Giovanni Puglisi nach Angaben italienischer Medien.

Italiens Kulturminister Massimo Bray versicherte, dass bis 2015 39 Baustellen zur Rettung der Ausgrabungsstätten offen sein werden. Außerdem soll demnächst ein modernes System zur Videoüberwachung eingerichtet werden. Mehr Personal sei aber notwendig, um die Instandhaltung Pompejis zu garantieren.

"Mindestens 2.000 Aufseher sind in Pompeji erforderlich. Es muss jedoch bei den Wettbewerben zur Vergabe der Stellen vollste Transparenz gesichert werden", sagte der Minister. Zuletzt war 2008 ein Wettbewerb für die Vergabe von 400 Stellen ausgeschrieben worden, an dem sich 139.000 Personen, darunter 80 Prozent Akademiker, beteiligt hatten.

Konservierte Antike

Die archäologische Stätte in Süditalien ist kulturell von großer Bedeutung. Bei einem Vulkanausbruch des Vesuvs im Jahre 79 nach Christus wurde die antike Stadt Pompeji unter meterhohen Aschebergen begraben und dadurch weitgehend konserviert. Tausende Menschen wurden getötet. Nach der Wiederentdeckung der altrömischen Stadt in der Neuzeit waren 44 Hektar der unter dem Auswurf zu großen Teilen gut erhaltenen Stadtanlage freigelegt worden und gelten als Schaufenster in die antike Siedlungsgeschichte. Europäische und italienische Fördermittel in Höhe von 105 Millionen Euro waren für die Restaurierung des UNESCO-Welterbes schon vor längerer Zeit bereitgestellt worden. (APA/red, derStandard.at, 02.07.2013)

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    Viele Gebäude in Pompeji bei Neapel müssen dringend saniert werden, sonst droht der Ausgrabungsstätte der Verlust des Status' als UNESCO-Welterbe.

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