Bereits 40 Tage nach Querschnittlähmung weniger Nervengewebe

2. Juli 2013, 12:47
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Die Verletzung des Rückenmarks verändert Rückenmark und Gehirn - Wie schnell das vor sich geht, war bislang ungewiss

Die Verletzung des Rückenmarks verändert Rückenmark und Gehirn. Patienten können beispielsweise nur noch eingeschränkt gehen oder ihre Hände bewegen. Wie schnell sich solche degenerativen Veränderungen entwickeln, war bislang ungewiss. Man ging davon aus, dass sich bei querschnittgelähmten Patienten erst über Jahre hinweg anatomische Veränderungen im Rückenmark und Gehirn auch oberhalb der verletzten Stelle zeigen.

Erstmals weisen Forschende der Universität Zürich und der Uniklinik Balgrist nun gemeinsam mit englischen Kollegen vom University College London nach, dass diese Veränderungen bereits 40 Tage nach einer akuten Querschnittlähmung auftreten.

Rückenmark nimmt rapide ab

Die Wissenschaftler untersuchten 13 akut querschnittgelähmte Patienten jeden dritten Monat während eines Jahres im Magnetresonanz-Gerät. Anhand der MRT-Protokolle stellten sie fest, dass der Durchmesser des Rückenmarks rapide abgenommen hatte und nach zwölf Monaten bereits um sieben Prozent kleiner geworden war. Ein, wenn auch geringerer, Volumenverlust zeigte sich zudem bei den aufsteigenden motorischen Nervenbahnen (kortikospinaler Trakt) und den Nervenzellen im sensomotorischen Kortex.

Das Ausmaß der degenerativen Veränderungen korrelierte mit dem klinischen Verlauf. "So erholten sich Patienten mit größerem Verlust an Nervengewebe oberhalb der Verletzung weniger gut als jene mit geringerem", erklärt Patrick Freund, Forschungsassistent am Zentrum für Paraplegie Balgrist.

Therapeutische Wirkung besser erfassen

Die Chancen auf eine Regeneration des Rückenmarks innerhalb des ersten Jahres nach seiner Verletzung sind gering; die Patienten bleiben meistens für immer gelähmt.

Dank der neu angewandten bildgestützten Messung besteht jetzt, laut Freund, die Möglichkeit, die Wirkung von medikamentösen Behandlungen auf das Zentralnervensystem oder von rehabilitativen Massnahmen schneller sichtbar zu machen. Auch die Wirkung neuer Therapien ließe sich somit schneller erfassen. (red, derStandard.at, 2.7.2013)

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