Microsoft entwickelt App, die Stimmung erkennt

2. Juli 2013, 12:18
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MoodScope erkennt Stimmungsschwankungen anhand der Smartphone-Nutzung

Facebook fragt Nutzer seit einiger Zeit nicht mehr nur, was sie tun, sondern auch wie sie sich fühlen. In Zukunft könnten Smartphones automatisch erkennen, wie die User aufgelegt sind. Microsoft arbeitet hierfür an einem Software-System, das die Stimmung der Nutzer erkennen kann, berichtet die australische Techworld.

Bis zu 93 Prozent Genauigkeit

Forscher der Rice University und Microsoft Research haben gemeinsam das Programm MoodScope für Smartphones entwickelt, das nach ihren Angaben die Stimmung mit 66 prozentiger Genauigkeit bestimmen kann. Wenn die Software auf einen bestimmten Nutzer zugeschnitten wird, durch Korrektur bei falscher Einschätzung, soll die Genauigkeit nach zwei Monaten auf 93 Prozent steigen.

Smartphone-Nutzung analysiert

Für ihre Studie sammelten die Forscher mit 32 Testpersonen anonymisierte Daten zur Smartphones-Nutzung, etwa Telefonate, E-Mails, SMS, Web-Surfen und Standort-Aufzeichnungen. Das Datenmaterial wurde dann in verschiedene Kategorien der Nutzung eingeteilt, etwa Unterhaltung oder Finanzen. Die Testpersonen teilten dem System ihre Stimmung in festgelegten Zeitabständen mit. Basierend auf diesen Daten wurde MoodScope für Android und iOS entwickelt, inklusive einer API für Drittanbieter.

Stimmung automatisch auf Facebook posten

Die Funktion könnte etwa eingesetzt werden, um Nutzern passend zur ihrer Stimmung Musik oder Filme vorzuschlagen. Den Forschern schwebt auch vor, dass Nutzer ihre Stimmung automatisch über soziale Netzwerke mitteilen können – ungeachtet möglicher Auswirkungen auf Privatsphäre und Datenschutz.

Verbesserungsbedarf

MoodScape hat laut den Forschern auch seine Grenzen. Nicht jede menschliche Stimmungsregung könne erkannt werden, zudem müsse für eine marktreife Version mehr Daten als von 32 Personen analysiert werden. Auch kann sich die Smartphone-Nutzung ändern, ohne dass dem eine Stimmungsschwankung zugrunde liegt, etwa wenn man verreist. Für die Wissenschaftler steht jedoch fest, dass Stimmungs-Erkennung der nächste Schritt für kontextbezogene Apps ist. (red, derStandard.at, 2.7.2013)

  • Platzen vor Lachen oder doch panische Coulrophobie? Smartphone-Apps könnten das in Zukunft automatisch erkennen.
    foto: reuters

    Platzen vor Lachen oder doch panische Coulrophobie? Smartphone-Apps könnten das in Zukunft automatisch erkennen.

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