Die "jüngste Söhne-Töchter-Ausgeburt" der Styria Digital Holding

2. Juli 2013, 13:45
17 Postings

Neugründung Styria Digital One bündelt Vermarktung und Technik - Bei "Presse" werden Online- und Printredaktionen zusammengelegt

Wer in der internationalen Medienbranche den digitalen Umbruch möglichst unbescholten überstehen will, setzt auf neue Strukturen. Mittendrin in diesem Prozess steckt derzeit auch die Styria Media Group AG, einer von Österreichs größten Medienkonzernen. Neben dem Printgeschäft rund um die Tageszeitungen "Die Presse", "Kleine Zeitung", "WirtschaftsBlatt" sowie die Magazinsparte, versucht nun der im März neu bestellte Geschäftsführer der Styria Digital Holding, Peter Neumann, profitable digitale Geschäftsmodelle zu etablieren.

Neben einem Inkubator für Jungunternehmen werden die historisch gewachsenen Kenntnisse bei Rubrikenmärkten auf Marktplätze ins Internet übersetzt und digitale Serviceeinheiten forciert. So sollen schon in den nächsten Wochen die Portale gesund.at und sogehtdas.at gelauncht werden.

Für den Bereich Content & Community wurde mit 1. Juli ein neues Tochterunternehmen gegründet, die styria digital one (sd one). Alexis Johann, ehemals Chefredakteur vom "WirtschaftsBlatt", übernimmt die Geschäftsführung der "jüngsten Söhne-Töchter-Ausgeburt" der Styria Digital Holding, die aus der Fusion von "Presse Digital", "Wirtschaftsblatt Digital", "Kleine Zeitung Digital", "Styria Multimedia" und "Styria Interactive" hervorgeht. 

Verkauf und technische Umsetzung

Das Projekt, das über eineinhalb Jahre unter Einbeziehung von Kundenwüschen aus dem Mediabereich entwickelt wurde, hat sich das Ziel gesetzt, digitale Werbeschaltungen innerhalb des Styria-Portfolios zu erleichtern. Knapp fünfzig Mitarbeiter ziehen nun an einem Strang in den Bereichen Sales, Produkt- und technische Entwicklung und Business Development, zwanzig davon sind auf die technische Umsetzung maßgeschneiderter Kundenlösungen spezialisiert. Trotz der Bündelung der Verkaufseinheiten bleibt die Brancheneinteilungen im Sales-Team sowie die Sales-Force von zweihundert Mitarbeitern in Kärnten und der Steiermark bestehen.

Die Umstrukturierung sei nicht als Sparmaßnahme zu verstehen, auch Personalkürzungen sind nicht geplant, führte Neumann aus, vielmehr sei nun der interne Wettbewerb zwischen den großen Marken innerhalb der Styria abgeschafft worden. Auch die bisher 571 Buchungszeilen wurden über alle Standardprodukte hinweg harmonisiert und die Preise abgeglichen. Zudem wurde das Vermarktungs-Portfolio um externe Medien erweitert, um Werbekunden eine noch größere Reichweite bieten zu können.

"Profitablität in greifbarer Nähe"

Derzeit kommen je nach Marke circa fünf bis fünfzehn Prozent des Gesamtumsatzes (Umsatz 2012: 437,2 Millionen Euro) aus dem Digitalbereich, nähere Ziele außer einer nachhaltigen Profitabilität, "die bereits in greifbarer Reichweite sei", wollte die Geschäftsführung bei der Pressekonferenz nicht nennen. Auch die Kosten des Umbaus konnten die Leiter des neuen "Dreamteams", wie Alexis Johann seine sechs Personen starke Führungsmannschaft vorstellte, nicht beziffern.

Die Leitung im klassischen Verkauf werden Regina Rath und Marion Stelzer-Zöchbauer übernehmen, kundenorientierte Lösungen betreuen Kathrin Leiter im Bereich Business Development, Nicola Dietrich im Sales Development, Xenia Daum im Bereich Finance & Operations und Michael Kirchberger in der Produktentwicklung.

Redaktionen noch nicht betroffen

Eine allgemeine Paywall sei nicht geplant, obwohl es Überlegungen zu zielgruppenspezifischen Paid-Content-Angeboten gebe. Angesichts der rasanten Entwicklungen im Medienbereich ließ Neumann aber durchblicken, dass auch die Styria die Entwicklung des neuen Bezahlangebots der "Bild"-Zeitung ganz genau beobachtet. Die Print- und Onlineredaktionen bleiben von den derzeitigen Entwicklungen unberührt, versicherte Neumann: "Wir sind ein Contenthaus und werden es bleiben".

Nur bei der "Presse" kommt es bereits zu Veränderungen. Dort werden ab dieser Woche schrittweise Online- und Printredaktionen zusammengelegt. Der Pilotversuch hat mit Außenpolitik und Wien-Redaktion begonnen, weitere Ressorts sollen folgen. Der Versuch stehe unter der Hauptprämisse, dass "Print digital lernt". Personalabbau oder Veränderungen der Positionen innerhalb der Ressorts sollen damit nicht einhergehen.  (red/APA, der Standard.at, 2.7.2013)

  • Peter Neumann (45), Geschäftsführer der Styria Digital Holding mit Alexis Johann (41), Geschäftsführer von styria digital one .
    foto: styria digital one

    Peter Neumann (45), Geschäftsführer der Styria Digital Holding mit Alexis Johann (41), Geschäftsführer von styria digital one .

Share if you care.