Kinderradio erhält Wiener Lizenz für Frequenz 103,2 MHz

2. Juli 2013, 11:09
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Zehn Antragsteller hatten sich beworben, fünf davon die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt - LoungeFM will gegen die Entscheidung berufen

Wien - Mit Bescheid vom 28. Juni hat die Medienbehörde KommAustria die bisher in Wien nur für zeitlich begrenzte Event-Radios genutzte UKW-Frequenz 103,2 MHz ("Wien, Innere Stadt") mit einer zehnjährigen Lizenz an den Veranstalter eines Kinderradios vergeben. Das Kinderradio Ltd gehört zu je einem Drittel Peter Aigner, Thomas Rybnicek und Andreas Früchtl. Es hatte sich laut radiowoche.at bereits für die Salzburger UKW-Frequenz "Stadt Salzburg 94,0 MHz" beworben, diese Lizenz ging im Herbst 2012 an Radio Energy.

Zehn Bewerber

Zehn Antragsteller hatten sich beworben, fünf davon hätten die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt und auch technisch realisierbare Konzepte vorgelegt.

"Unsere Entscheidung hat bestmöglich zu einer Bereicherung der Programm- und Meinungsvielfalt in dem jeweiligen Sendegebiet zu führen", sagte Michael Ogris, Vorsitzender der KommAustria, "unter diesem Aspekt war das Kinderradio zu bevorzugen, da es in seinem Wortprogramm sehr stark auf die Interessen der im gegenständlichen Versorgungsgebiet lebenden Zielgruppe der Kleinkinder und deren Eltern abstellt, die mit den dort derzeit empfangbaren Programmen nicht versorgt werden."

Damit hätte das Kinderradio "nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu privaten Hörfunkveranstaltern, sondern jedenfalls auch im Vergleich zu den öffentlich-rechtlichen Hörfunkprogrammen". Die Radiofrequenz hat laut KommAustria eine technische Reichweite von knapp 800.000 Wienern. Das sind  deutlich weniger als andere Frequenzen.

LoungeFM wird gegen die Entscheidung Berufung erheben

Der Bescheid ist nicht rechtskräftig. LoungeFM wird gegen die Entscheidung Berufung erheben, teilt LoungeFM-Gründer Florian Novak mit. Ihn wundert, dass keine mündliche Verhandlung vor der KommAustria stattgefunden habe. "Bei einer so wichtigen Frequenzvergabe in der Bundeshauptstadt ist maximale Transparenz im Verfahren das Gebot der Stunde", sagt Novak, "ein öffentliches Hearing war in den vergangenen Jahren selbst bei neuerlichen Vergaben von bestehenden Zulassungen Standard, umso mehr hat dies bei erstmaliger Zulassung eines neuen Anbieters zu gelten."

Novak sieht auch die "Prämissen eines Geschäftsmodells, das auf kommerzielle Einschaltungen setzt, die auf unmündige Kinder abzielen, nicht ausreichend hinterfragt" und weist in einer Aussendung auch darauf hin, dass diese Zielgruppe im Radiotest nicht ausgewiesen wird. Novak: "Im Ergebnis ist auch die inhaltliche Entscheidung mit Blick auf einen sich österreichweit konsolidierenden Hörfunkmarkt nicht nachvollziehbar." (red, derStandard.at, 2.7.2013)

Die Bewerber

  • LoungeFM
  • Radio Maria
  • Soundportal Wien GmbH
  • Kinderradio Ltd
  • Radio Long Play Gmbh i. Gr.
  • NRJ RadiobeteiligungsGmbh
  • Welle 1 Privatradio GmbH (Prähauser)
  • Radio Sol KG
  • Radio Viyana KG
  • Planet Lounge Radio (Denis Richter)
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