Mozilla: "Android ist zu fett für billige Telefone"

2. Juli 2013, 10:46
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Firefox OS soll Niedrigpreis-Segment abgraben - Derzeit keine Pläne Google im High-End-Markt anzugreifen

Mit Firefox OS betritt dieser Tage ein neuer Herausforderer die Smartphone-Bühne. Seit geraumer Zeit von Mozilla offen entwickelt, hat nun in Spanien der Verkaufsstart des ersten damit ausgelieferten Geräts - des ZTE Open - begonnen.

Günstig

Dessen Verkaufspreis kann durchaus als Signal für die weitere Zukunft verstanden werden: Um gerade einmal 69 Euro wird das ZTE Open gehandelt, womit das Gerät also vor allem das niedrige Preissegment anvisiert. Dies soll auch auf absehbare Zeit so bleiben, wie Brendan Eich im Rahmen eine Presseveranstaltung in San Francisco betont. "Wir versuchen nicht in die Festungen von Google und Apple einzumarschieren", so der Technikchef von Mozilla laut The Verge sehr bildlich.

Konzentration

Statt dessen hofft das Unternehmen das Marktsegment jener zu bedienen, die bisher noch die klassischen "Feature Phones" benutzen. Entsprechend konzentriert sich Mozilla vom Start weg primär auf Märkte, die noch eine sehr geringe Smartphone-Durchdringung haben.

Android-Kritik

Die Gefahr, dass Android dieses Segment besser bedienen könnte, sieht Eich hingegen nicht: "Android ist zu fett für billige Telefone", so der Mozilla CTO. Aktuelle Android-Versionen würden beispielsweise nicht mehr mit 256 MB RAM laufen, unter ein GByte sei Android 4 nur begrenzt nutzbar, so Eich. Und mit solchen Anforderungen würden eben auch unweigerlich die Hardwarekosten steigen.

Problem

Und daran werde sich auch in absehbarer Zukunft nichts ändern: Googles Problem sei, dass man Android gar nicht schlanker machen könne, ohne die Kompatibilität mit bestehenden Anwendungen zu brechen - und das sei ein striktes Tabu. Ob dies den Tatsachen entspricht, könnte sich schon in den kommenden Monaten zeigen. Waren doch zuletzt Gerüchte aufgetaucht, dass sich ein für Herbst anvisiertes Android 5 vornehmlich der Reduzierung des Ressourcenverbrauchs widmen soll.

Vorzüge

Zudem darf bezweifelt werden, ob diese Strategie für Mozilla auch langfristig eine einträgliche ist. Immerhin könnte sich mit immer billiger werdenden Bauteilen auch diese Nische bald schließen. Bis dahin hofft Eich allerdings mit Firefox OS bereits Fuß gefasst zu haben - und die KonsumentInnen sowie die Branche als Gesamtes von den Vorteilen einer wirklich freien mobilen Softwarelösung basierend auf Web-Technologien überzeugen zu können. (apo, derStandard.at, 02.07.13)

  • Will vor allem im Bilig-Segment reüssieren: Mozillas Firefox OS.
    foto: javier lizon / epa

    Will vor allem im Bilig-Segment reüssieren: Mozillas Firefox OS.

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