Geldraub: Dayli-Chef verliert eine Million

2. Juli 2013, 13:52
442 Postings

Rudolf Haberleitner ist von einem vermeintlichen Geschäftspartner in Italien um eine Million Euro betrogen worden

Pucking - Die Rettung der angeschlagenen Drogeriemarktkette Dayli nimmt immer dramatischere Züge an. Firmenchef Rudolf Haberleitner soll in Italien von einem vermeintlichen Geschäftspartner um eine Million Euro betrogen worden sein, berichten mehrere Medien.

Spektakulärer Fall

Haberleitner wies unterdessen aufs Schärfste zurück, dass gegen ihn wegen des Verdachts auf Geldwäsche ermittelt wird. "Das ist eine Ente, die uns derart schadet. Es ist skandalös. Sowohl in Udine als auch in Linz hat die Polizei bestätigt, dass das nicht stimmt", so Haberleitner. Dass er und sein Team in Italien von vermeintlichen Geschäftspartnern um eine Million Euro geprellt worden ist, bestätigte Haberleitner indes.

Bereits vergangenen Woche hatte es Medienberichte über den spektakulären Fall ohne Nennung des dayli-Chefs gegeben: Ein österreichischer Unternehmer ist vergangenen Donnerstag früh in Udine das Opfer eines Rip-Deals (Vorauszahlungsbetrug) geworden und hat dadurch eine Million Euro eingebüßt. Der 69-Jährige hatte sich in einer Bar mit einem vermeintlichen Geschäftspartner getroffen, der sich angeblich mit mehr als 20 Mio. Euro an dessen Firma beteiligen wollte. Während des Gesprächs machte sich der etwa 55-Jährige mit dem Geld des Österreichers aus dem Staub, das zur Finanzierung des Deals dienen sollte.

Dementi des Dayli-Chefs

Die italienische Polizei in Udine bestätigte indes, dass Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche im Gange seien, die jedoch nicht direkt den österreichischen Unternehmer betreffen. "Wir wollen klären, mit wem sich der Unternehmer in Udine getroffen hat. Daher überprüfen wir unter anderem die Aufnahmen der internen Videoanlagen des Hotels, in dem das Treffen zwischen dem Österreicher und dem Italiener stattgefunden hat, der ihn betrogen haben soll", berichtete Massimiliano Ortoloan, Chef der mobilen Polizeieinheit aus Udine.

Den Termin mit einem angeblichen Firmen-Chef zweier großer Unternehmen in der Lombardei hatte ein Freund von Haberleitner eingefädelt. Der wollte 25 Millionen Euro in die Drogeriemarktkette stecken, wollte aber einen Vorschuss von einer Million Euro für die Abwicklung des Geschäfts. Dabei sei es zu einer Identitätsübernahme gekommen. "Der Italiener stellte sich mit dem Namen eines Unternehmers aus Bergamo vor, der jedoch von dem Fall absolut nichts weiß, wie wir feststellen konnten", berichtete Ortolan. Vor dem Treffen in Udine hatte sich Haberleitner auch in der Provinz Venedig mit dem vermeintlichen italienischen Unternehmer getroffen.

Ortolan berichtete weiter, dass Kontakte mit der Wiener Polizei aufgenommen worden seien, um mehrere Aspekte des Falls zu klären. Die Polizei in Udine will vor allem klären, wer für Haberleitner den Termin in Udine organisiert habe. "Es handelt sich bestimmt um einen Fall, in dem mehrere Profis am Werk sind", meinte Ortolan.

Geld oder Insolvenz

Wie es mit der Drogeriekette dayli weiter geht, dazu äußerte sich Haberleitner nicht. Der Firmenchef engagierte einen PR-Berater, der noch heute Auskunft geben will, ob dayli nun einen Insolvenzantrag stellt oder die nötige Geldspritze bekommt.

Die Lieferanten der angeschlagenen Drogeriemarktkette Dayli werden unterdessen zunehmend ungeduldig. Sollte in den nächsten Tagen keine Entscheidung über Insolvenz oder Finanzspritze fallen, werde man selbst Konkursantrag stellen, hieß es von mehreren Lieferanten am Montag.  Haberleitner hofft indes noch auf einen rettenden Investor. (APA, 1.7.2013)

  • Dayli-Chef Haberleitner.
    foto: epa/neubauer

    Dayli-Chef Haberleitner.

Share if you care.