UNO-Mission in Mali gestartet

8. Juli 2013, 10:53
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Paris drängt auf zeitigen Abzug und Wahlen Ende Juli

Bamako/Paris - Der Niederländer Bert Koenders hat am Montag in der malischen Hauptstadt Bamako die Leitung der "Multidimensionalen integrierten Mission für die Stabilisierung Malis" (Minusma) übernommen. Die UNO-Mission soll bis zum Jahresende aus 12.600 Mann bestehen. Sie hat die großen Agglomerationen im Landesnorden zu sichern und den Schutz der Zivilisten zu gewährleisten. In Ausnahmefällen kann sie auch Kampfeinsätze lancieren.

Koenders (55), Abgeordneter der Arbeiterpartei und Professor für internationale Konfliktbewältigung, zählt zu seinem Aufgabenkreis aber auch die "politische Vermittlung", wie er bei einer Zeremonie in Bamako erklärte.

Im Norden Malis, den französische Truppen von eingefallenen Islamisten befreit hatten, kämpfen malische Armeeeinheiten und Tuareg-Rebellen zum Teil immer noch um die Macht. Heute sind von den anfangs 4500 französischen Soldaten noch 3200 im Einsatz. Zu Jahresende sollen es noch 1000 sein.

Laut Militärexperten halten die Islamisten etliche Widerstandsnester und warten bloß auf den Abzug der Franzosen. Deshalb müssen die unter dem Kommando des ruandischen Generals Jean-Bosco Kazura stehenden Blauhelme aus allen Erdteilen so rasch wie möglich operativ sein.

Afrikanische Einheiten, die den Franzosen zur Seite gestanden hatten, sollen deshalb in die Minusma integriert werden. Hunderte tauschten am Montag ihre grünen gegen blaue Mützen. Einige Nachbarstaaten wollen ihre Soldaten jedoch wie Frankreich aus dem Land abziehen. Sie erachten sich außerstande, die Islamisten im Alleingang zurückzuhalten. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sprach von einer "wichtigen Bedrohung".

Unsicher bleibt auch die politische Stabilität: Für die Präsidentschaftswahlen in einem Monat haben sich 36 Kandidaten eingeschrieben. Die aktuelle Regierung in Bamako wünscht einen späteren Wahltermin als den 27. Juli, Frankreichs Präsident François Hollande will aber sein Militär abziehen und hält am Termin fest. (Stefan Brändle, DER STANDARd, 1.7.2013)

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    Ausstattung der UNO-Soldaten in Timbuktu.

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