Deutsches Gericht: Pornos nicht urheberrechtlich schützbar

1. Juli 2013, 14:55
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Da "lediglich sexuelle Vorgänge in primitiver Weise" gezeigt würden

Seit Jahren versucht die Unterhaltungsindustrie mit dem Hinweis auf das Urheberrecht offensiv gegen jegliche Form des File Sharings der eigenen Inhalte vorzugehen. Zunehmend beteiligt sich dabei auch die Porno-Branche, die schon mal behauptet durch den Filmtausch in ihrer Existenz gefährdet zu sein, und Abmahnanwälte vorschickt, um Ansprüche finanzieller Natur bei den Tauschenden durchzusetzen. In dieser Situation lässt nun ein Urteil des Landesgerichts Münchens aufhorchen.

Abgelehnt

Dieses lehnt nämlich nicht nur in einem konkreten Fall die Weitergabe von privaten Daten eines Nutzers anhand einer IP-Adresse ab, sondern stellt auch grundsätzlich in Frage, ob Pornofilme überhaupt nach dem deutschen Urheberrecht schützbar seien. Die zwei betreffenden US-Pornofilme, würden "lediglich sexuelle Vorgänge in primitiver Weise" abbilden, heißt es in einem Erkenntnis. Eine "persönliche geistige Schöpfung" - wie sie für den Urheberrechtsschutz vonnöten ist - sei hingegen nicht zu erkennen, dies berichtet heise.

Richtungsweisend?

Auch wenn die konkrete Entscheidung zunächst einmal nur für die beiden betreffenden Filme gilt, so könnte dies doch durchaus Vorbildwirkung haben - und dazu führen dass deutlich mehr abgemahnte NutzerInnen den Schritt zum Gericht wagen, anstatt sich auf eine Einigung einzulassen. Bislang hatte die deutsche Rechtssprechung meist auch Pornofilme als schützenswert angesehen. (red, derStandard.dat, 01.07.13)

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