So überleben Ihre Schlangen und Echsen während Ihres Urlaubs

2. Juli 2013, 10:20
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Expertinnen erklären, warum es einfacher ist, auf ein Reptil als auf ein Meerschweinchen aufzupassen

Im Jahr 2012 wurden im Tierschutzhaus Wien in den Sommermonaten dreimal so viele Reptilien wie im Jahr davor abgegeben. Bereits seit einigen Jahren zeigt sich ein ansteigender Trend. Zumeist handelt es sich um behördliche Beschlagnahmungen, da die Tiere nicht gesetzlich gehalten werden.

Doch immer wieder entkommen die Reptilien auch, wenn ihre Halter auf Urlaub sind. Dann nämlich, wenn Nachbarn auf die Haustiere aufpassen und etwa vergessen, die Terrarientüren sicher zu verschließen. Dadurch droht den Besitzern nicht nur der Verlust ihres Tieres, sondern auch eine hohe Strafe, weil sie ihren Exoten nicht sicher verwahrt haben, sagt Reptilienexpertin Helga Happ.

Tiere alleine lassen

In einschlägigen Onlineforen finden sich unzählige Beiträge zum Thema Reptilien in der Urlaubszeit. Viele Besitzer wissen nicht, ob und wem sie ihre Tiere in ihrer Abwesenheit anvertrauen können. Die Nachbarn achten zwar gern auf Katzen oder Meerschweinchen, aber auf Schlangen und Echsen aufzupassen, können sich nur wenige vorstellen. Dabei ist gerade deren Pflege vergleichsweise einfach, sagt Claudia Polaschek  vom Reptilienzentrum Wien.

Schlangen können prinzipiell zwei bis drei Tage bedenkenlos alleine gelassen werden. Fährt man länger auf Urlaub, so muss der Aufpasser nur darauf achten, dass die Zeitschaltuhr für das Terrarium funktioniert und mindestens alle zwei Tage das Wasser gewechselt wird.

Bei Echsen verhält es sich ähnlich: Sie können bis zu zwei Tage alleine auskommen, dann sollte auch in ihrem Zuhause das Wasser gewechselt werden. Zudem sollte man darauf achten, dass die Wärmelampe nicht kaputt ist und gegebenenfalls wechseln. Bei der Lampe sollte man außerdem überprüfen, ob sie die richtige Temperatur spendet. Denn auch Echsen und Schlangen können einen Hitzetod sterben.

Mäuse füttern nicht unbedingt notwendig

Polaschek hält es für wichtig, dass den Bekannten in einem Crashkurs Reptilienhaltung vermittelt wird. Das könne viele Ängste nehmen. So brauchen Schlangen etwa nur alle zwei bis drei Wochen Futter. Fällt die Urlaubszeit kürzer aus, muss der befreundete Tieraufpasser nicht einmal eine lebende Maus zum Reptil ins Terrarium sperren. Laut Reptilienexpertin Happ müssen Harn- und Kotreste allerdings regelmäßig entfernt werden.

Um Unsicherheiten zu vermeiden, sollte man die Visitenkarte eines nahen Reptilienhändlers hinterlegen. Zudem empfiehlt sich eine Liste mit genauen Anweisungen: "Es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass wir Tieraufpasser im Geschäft hatten, die nicht wussten, welches Lebendfutter sie genau kaufen sollen. Eine Maus ist keine genaue Angabe", sagt Polaschek.

Kein Anspruch bei Privatsittern

Bei Tiersittern übers Internet empfiehlt Polaschek, die selbst mehrere Reptilien besitzt, Vorsicht walten zu lassen. Überlässt man die Urlaubsbetreuung hingegen einem Reptilienfachgeschäft, so hat man rechtliche Ansprüche beim Tod eines Tieres, zum Beispiel auf eine tierärztlichen Autopsie. Diese Absicherungen kann eine Privatperson nicht bieten, so Polaschek.

Das Reptilienzentrum Wien bietet selbst solche Betreuungen an. Je nach Tier kostet ein Tag zwischen drei und sechs Euro. Für die Quarantäne entstehen einmalige Kosten von 25 Euro. Man sollte sein Reptil bis zu einer Woche vor Reiseantritt anmelden, sollte man kurzfristig ein bis zwei Tage länger Betreuung brauchen, so ist das laut Polaschek aber auch kein Problem. (Bianca Blei, derStandard.at, 1.7.2013)

  • Schlangen können bis zu maximal drei Tagen alleine gelassen werden - ab dann sollte sich jemand ein wenig um sie kümmern.
    foto: dpa/a3399 arne dedert

    Schlangen können bis zu maximal drei Tagen alleine gelassen werden - ab dann sollte sich jemand ein wenig um sie kümmern.

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