Borealis übernimmt zwei Düngemittelhersteller

1. Juli 2013, 11:13
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100 Prozent Anteil an GPN sowie 56,86 Prozent an Rosier SA

Wien/Paris/Brüssel - Der Kunststoff-, Chemikalien und Düngemittelhersteller Borealis mit Konzernzentrale in Wien hat die Übernahme eines französischen sowie eines belgischen Düngemittelherstellers fixiert. Das Unternehmen, an dem die OMV mit 36 Prozent beteiligt ist, kaufte vom französischen Mineralöl- und Erdgaskonzern Total dessen 100 Prozent-Anteile am führenden französischen Düngemittelhersteller GPN SA und sicherte sich von Total auch dessen 56,86-Prozent-Anteile am belgischen börsenotierten Düngemittelhersteller Rosier SA. Dies teilte Borealis am Montag in einer Aussendung mit. Zum Kaufpreis für die beiden Übernahmen wollte Borealis keine Stellungnahme abgeben.

Rein rechnerisch müsste der Düngemittelhersteller für Rosier wohl rund 50 Mio. Euro in die Hand nehmen. Für GPN, die etwa doppelt so viel Umsatz wie Rosier macht, dürfte wohl mit weiteren 100 Mio. Euro gerechnet werden.

Borealis ist in Mitteleuropa bereits im Stickstoffdüngerbereich aktiv, unter anderem auch in Frankreich, wo das Unternehmen Anfang 2012 PEC-Rhin SA, die heutige Borealis PEC-Rhin SAS, übernahm.

Wachstumsmöglichkeiten

"Diese Übernahmen stehen in Einklang mit unserer Strategie, unser Pflanzennährstoffgeschäft weiter auszubauen, unsere führende Position in Mittel- und Osteuropa zu halten und uns zum führenden Hersteller in Europa zu entwickeln", erklärte Borealis-Vorstandsvorsitzender Mark Garrett in der Pressemitteilung. GPN würden sich durch den Anschluss an Borealis neue Wachstumsmöglichkeiten bieten. An den Produktionsstandorten in Grandpuits, Grand-Quevilly und Gratecap sowie in der Pariser Niederlassung beschäftige GPN Frankreich insgesamt rund 760 Mitarbeiter, die alle von Borealis übernommen würden. GPN machte zuletzt einen Umsatz von 500 Mio. Euro.

Durch den Erwerb der Beteiligung an Rosier ist Borealis zur Abgabe eines öffentlichen Übernahmeangebots für die übrigen ausstehenden Aktien verpflichtet. Das Unternehmen wird im Rahmen eines solchen Angebots einen Preis von 203,38 Euro pro Rosier-Aktie bieten, heißt es in der Pressemitteilung. Dieser Preis sei höher als der von Borealis für den Rosier-Anteil von Total gebotene Aktienpreis, der 192 Euro pro Aktie betragen habe. Wie Borealis mitteilte, beabsichtige man einen Squeeze-out durchzuführen, falls das Unternehmen bis zum Ende des Angebotszeitraums mindestens 95 Prozent der Rosier-Aktien erwirbt.

Rosier, ein an der NYSE Euronext in Brüssel notiertes Unternehmen, ist ein Hersteller mineralischer Pflanzennährstoffe mit zwei Produktionsstandorten in Moustier in Belgien sowie in Sas van Gent in den Niederlanden. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte laut Borealis in über 80 Ländern. Im Jahr 2012 erzielte Rosier einen Umsatz von 278 Mio. Euro.

Borealis ist ein Joint Venture der OMV (36 Prozent) und der International Petroleum Investment Company (IPIC), Abu Dhabi, (64 Prozent). Das Unternehmen produziert und vermarktet laut eigenen Angaben bereits rund 2,1 Mio. Tonnen Düngemittel pro Jahr. (APA, 1.7.2013)

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