Erdogan-Gegner solidarisieren sich mit Kurden

30. Juni 2013, 22:41
70 Postings

Nach Tod von demonstrierendem Kurden am Freitag kam es zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften

Ankara - Im Südosten der Türkei ist es am Sonntag zwischen kurdischen Demonstranten und Sicherheitskräften zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Einige Hundert Demonstranten setzten Autoreifen in Brand und sperrten eine Hauptverkehrsstraße im Bezirk Cizre in der Provinz Sirnak. Mehrere Brandsätze flogen auf Polizisten, die Wasserwerfer und Tränengas einsetzten. Nachdem Sicherheitskräfte am Freitag einen Kurden bei einem Protest gegen den Ausbau eines Poliziei-Kontrollpunktes in der südöstlichen Provinz Diyarbakir erschossen hatten, waren für Sonntag weitere Demonstrationen im ganzen Land geplant.

Bereits am Samstag wandelte sich ein Aufmarsch der Gegner des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul zu einem Protest gegen den Umgang des Staats mit den Kurden. Rund 10.000 Demonstranten zogen zum Taksim-Platz, wo es vor einigen Wochen zu den ersten größeren Anti-Erdogan-Protesten kam. Die Polizei hinderte sie diesmal aber daran, auf den Platz vorzudringen. Die Demonstranten solidarisierten sich spontan mit der kurdischen Bevölkerungsminderheit. (APA, 30.6.2013)

Share if you care.