US-Geheimdienst NSA installierte Wanzen in EU-Gebäude

    30. Juni 2013, 08:19
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    Streng geheimes NSA-Papier aus dem Jahr 2010: Auch internes Computernetz der EU infiltriert

    Der US-Geheimdienst NSA spioniert einem Magazinbericht zufolge gezielt Einrichtungen der Europäischen Union aus. Dies gehe aus geheimen Dokumenten hervor, die der frühere Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden mitgenommen habe, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag im Voraus aus seiner neuen Ausgabe.

    Wanzen im Gebäude der EU-Vertretung in Washington installiert

    Aus einem als streng geheim eingestuften Papier der NSA vom September 2010 gehe hervor, wie der Geheimdienst Wanzen im Gebäude der EU-Vertretung in Washington installiert und auch das interne Computernetz infiltriert habe. So könnten die USA nicht nur Besprechungen in dem Gebäude belauschen, sondern bekämen auch Zugriff auf E-Mails und interne Dokumente auf den Computern.

    EU-Vertretung bei den Vereinten Nationen

    Auf die gleiche Art und Weise sei auch die EU-Vertretung bei den Vereinten Nationen attackiert worden, berichtete das Magazin unter Berufung auf die Unterlagen. Offenbar sei die NSA auch für einen Lauschangriff verantwortlich, der sich vor mehr als fünf Jahren gegen das Justus-Lipsius-Gebäude in Brüssel gerichtet habe. Dort verfügt jeder EU-Staat über Räume mit Telefon- und Internetanschlüssen für Minister. Die Attacke sei ins NATO-Hauptquartier im Vorort Evere zurückverfolgt worden, und zwar in einen abgeschirmten Bereich, der von NSA-Experten genutzt werde.

    Transatlantische Telefon- und Internetkabel angezapft

    Die britische Zeitung "Guardian" hatte erst am Wochenende unter Berufung auf Snowden berichtet, der britische Geheimdienst zapfe im großen Stil transatlantische Telefon- und Internetkabel an und gebe persönliche Informationen an die NSA weiter. Das britische Tempora-Programm sei weit umfangreicher als der gigantische US-Datenspeicher Prism, den Snowden zuvor bekanntgemacht hatte. Die USA fahnden nach Snowden, der in Ecuador Asyl beantragt hat, wegen Verrats.

    "Ich kann das nicht kommentieren"

    Die USA schweigen zu dem Bericht. "Ich kann das nicht kommentieren", sagte der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes am Samstag vor Journalisten in Pretoria. Er sage nichts zu derartigen "unautorisierten Berichten", fügte Rhodes auf eine Frage hinzu. (APA, 30.6. 2013)

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