Polizist in Berlin erschoss nackten Mann, der mit Messer bewaffnet war

29. Juni 2013, 08:46
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Mann stand im Neptunbrunnen am Rathausplatz und ging auf Beamten los - Tod durch Lungendurchschuss aus Polizeiwaffe

Berlin - Ein Polizist hat am Freitag im Zentrum Berlins einen nackten Mann erschossen. Der noch nicht behördlich identifizierte Mann starb nach dem Einsatz gegen neun Uhr. Er hatte zuvor im Neptunbrunnen am Rathausplatz einen Kollegen mit einem 20 Zentimeter langen Sägemesser bedroht und sich auch selbst verletzt, wie Polizeisprecher Stefan Redlich mitteilte.

"Ein Kollege hat auf den Mann geschossen und ihn im Oberkörper getroffen", sagte der Polizeisprecher. Dass der Mann durch den Schuss aus der Polizeiwaffe starb und nicht durch die selbst zugefügten Verletzungen, ergab die Obduktion. Todesursache war ein Lungenversagen nach einem Durchschuss durch das Organ, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Bewaffnet vor Wowereits Diensthaus

Eine Passantin war auf den Nackten mit dem Messer im Brunnen aufmerksam geworden und hatte sich laut Polizei an einen Wachposten vor dem nahen Dienstsitz von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit gewandt. Der Wachschützer alarmierte die Polizei.

Ein Funkwagen mit zwei Beamten fuhr zu dem Brunnen. Einer der Polizisten sei zu dem blutenden und gestikulierenden Mann in den Brunnen gestiegen, der andere sei davor stehen geblieben, wie der Sprecher der Polizei sagte. Die zuvor abgelegte Kleidung des Mannes lag noch neben dem Brunnen.

"Es war kein übliches Verhalten"

Auf Forderungen, das Messer wegzulegen, habe der Angreifer nicht reagiert. Er habe sich das Werkzeug an den Hals gelegt, da habe er schon eine Bauchverletzung gehabt. Auf die Frage, ob der Mann einen geistig verwirrten Eindruck gemacht habe, hieß es lediglich: "Es war kein übliches Verhalten." Weitere Beobachter schilderten laut Spiegel Online der Polizei, dass sich der Mann "für einen Messias hielt."

Der Mann habe sich durch die Polizisten nicht beruhigen lassen. Er sei im Gegenteil auf den Beamten im Brunnen zugegangen, dieser habe nicht zurückweichen können. "In der gefährlichen Situation hat der andere die Waffe gezogen und einen Schuss abgegeben", so der Sprecher.

Es spreche einiges für Notwehr des Beamten, sagte Steltner. Die genauen Umstände würden jetzt geprüft. Es könnte sich bei dem Mann laut Staatsanwaltschaft um einen 31 Jahre alten Berliner handeln. Wie in einem solchen Fall üblich, ermittle nun die Mordkommission, so der Tagesspiegel. (APA/red, derStandard.at, 28.6.2013)

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