Österreichischer Pathologe erhält europäischen Preis

28. Juni 2013, 13:14
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Lukas Kenner mit dem Preis der Central European Society for Anticancer Drug Research ausgezeichnet

Wien - Der aus Graz stammende Pathologe Lukas Kenner erhielt am Freitag den mit 6.000 Euro dotierten Forschungspreis 2013 der Central European Society for Anticancer Drug Research (CESAR). Kenner arbeitet in Wien am Institut für Klinische Pathologie der MedUni/AKH und am Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung. Unter seiner Leitung ist es einem Forscherteam gelungen, die molekularen Prozesse, die ein Lymphom, also eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems, verursachen, besser zu verstehen und dieses Verständnis direkt zum Nutzen eines Patienten einzusetzen.

So wurde unter Kenners Leitung die zentrale Rolle des Schaltermoleküls PDGFR in Lymphomen entdeckt und klinisch erprobt. Mit einem spezifischen PDGFR-Inhibitor konnte ein schwerstkranker Patient, der an einem anaplastischen großzelligen Lymphom (ALCL) litt, erfolgreich behandelt werden, teilte die Boltzmann Gesellschaft in einer Aussendung mit. Die MedUni Wien hat bereits im Jahr 2010 die neuen Erkenntnisse des Forschungsteams in den USA, Australien, Japan und Europa zum Patent angemeldet, hieß es vonseiten der Universität.

ACLC ist eine besonders aggressive Form von Lymphdrüsenkrebs. Diese Krebsart tritt häufiger bei Kindern und Jugendlichen auf. Seit Anfang 2011 ist ein schwerkranker Patient mit ALCL mit einem spezifischen PDGFR-Inhibitor an der Klinischen Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie der Universitätsklinik für Innere Medizin I im AKH bei Ulrich Jäger erfolgreich in Behandlung. Kenner: "Innerhalb von nur zehn Tagen war der 27-jährige Patient tumorfrei, und führt seit mehr als zweieinhalb Jahren ein vollkommen normales Leben. Ohne diese Behandlung wäre der Patient vermutlich schon verstorben." Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden 2012 in der renommierten Zeitschrift "Nature Medicine" veröffentlicht. (APA/red, derStandard.at, 28. 6. 2013)

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