IT-Branche drängt auf mehr Investitionen

28. Juni 2013, 11:49
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Österreich verliert im internationalen Vergleich - IKT-Strategie voraussichtlich als Einstandsgeschenk an neue Regierung

Die IKT-Branche (Informations- und Kommunikationstechnik) hat in Österreich einen größeren Anteil an der Wirtschaftsleistung als der Tourismus, ist aber im Bewusstsein deutlich weniger verankert. Dabei wäre eine Weiterentwicklung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs unumgänglich, sagte Rudolf Kemler, ÖIAG-Präsident und Präsident der "Internetoffensive Österreich", am Freitag anlässlich des zweiten IKT-Konvents in Wien.

"Internetoffensive Österreich"

Seit rund fünf Jahren organisieren sich die großen Unternehmen der Branche gemeinsam mit Vertretern von Politik und Interessensvertretungen in der "Internetoffensive Österreich". In den kommenden Monaten wird eine "IKT-Strategie" fertiggestellt, die dann voraussichtlich nach der Wahl der neuen Regierung präsentiert werden soll, so Kemler.

Die grundsätzlichen Ziele liegen aber auf der Hand. Schon in der Schule Bewusstsein für Computertechnologie schaffen, die Ausbildung verbessern und mehr öffentliche Mittel für die Infrastruktur bereitstellen, aber auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen verbessern sind einige Punkte.

Jede Milliarde, die in den Sektor investiert wird, schaffe 15.000 Arbeitsplätze, sagt Kemler. Realistisch sei es, im Laufe der kommenden fünf Jahre 10.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. An öffentlichen Mitteln könne man "so viel wie möglich" brauchen. Mindestens so wichtig wie Geld sei aber der Know-how-Transfer, etwa von Managern der großen Unternehmen an kleine Neugründungen.

"Networked Readiness Index"

Im Internationalen Vergleich sind Schweden, Finnland, Dänemark und die Schweiz Vorbilder für Kemler. Die vier sind - gemeinsam mit Singapur - top-5 im internationalen Vergleich "Networked Readiness Index". Österreich kam zuletzt auf Rang 19, war in seinen besten Zeiten aber auch schon Nummer neun, bedauert Kemler. In Skandinavien lernen Kinder schon im Vorschulalter den Umgang mit Computern. In Österreich geschehe das eher unstrukturiert und auf Basis von Eigeninitiative, nicht aber gezielt in der Schule, vergleicht er.

Grundsätzlich sieht sich die Internet-Offensive von der Regierung unterstützt. Schon bei der Gründung waren der damalige Kanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) und sein Vize Josef Pröll (ÖVP) eingebunden, auch beim heutigen Konvent ist die Regierungsspitze mit Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) und Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ, in Vertretung von Kanzler Werner Faymann) hochrangig vertreten.

In der Branche gibt es 14.000 IKT-Unternehmen (Stand 2010), die 79.500 Personen beschäftigen und 21,8 Mrd. Euro Umsatz machen. Das sind zwar 8,4 Prozent weniger als 2009, aber immer noch 7,2 Prozent des BIP. In IKT werden 1,6 Prozent des BIP investiert, die IKT-Unternehmen selber haben (2009) rund 1,3 Mrd. Euro investiert. (APA, 28.6. 2013)

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