Trübe Aussichten für Österreichs Wirtschaft

28. Juni 2013, 13:21
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Die schwache Eurozone hemmt den Aufschwung in Österreich, heuer soll die heimische Wirtschaft nur um 0,4 Prozent wachsen

Wien - Die Experten von Wifo und IHS haben ihre Prognosen für das Wachstum der österreichischen Wirtschaft in diesem Jahr wie erwartet kräftig zusammengestutzt, sind aber für das kommende Jahr fast so optimistisch wie vor drei Monaten.

Im Jahr 2013 dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real nur um 0,4 beziehungsweise 0,6 Prozent wachsen, nehmen Wirtschaftsforschungsinstitut und Institut für Höhere Studien an. Im März hatten sie noch ein Plus von 1,0 beziehungsweise 0,8 Prozent erwartet. Für 2014 sehen sie jetzt 1,6 beziehungsweise 1,8 Prozent Zuwachs, im März waren beide Institute von 1,8 Prozent Realwachstum ausgegangen. Wermutstropfen ist die heuer deutlich steigende Arbeitslosigkeit, das Wifo befürchtet auch noch für 2014 eine Verschlechterung der Situation.

Gehemmt wird der Aufschwung in Österreich laut Wifo vor allem durch die Wirtschaftskrise im Euroraum, wobei die heimische Volkswirtschaft laut IHS durch die Nachfrageschwäche der Eurozone gedrückt wird. Die Export- und Investitionsdynamik Österreichs sei wegen des schwachen internationalen Umfelds auch heuer gedämpft, der nur mäßige Anstieg der Realeinkommen und zunehmende Sparanstrengungen der privaten Haushalte würden weiterhin die Konsumnachfrage belasten, erklärte das Wifo am Freitag.

Bessere Aussichten für 2014

2014 sollte Österreich als exportstarke Volkswirtschaft vom dann expandierenden Welthandel profitieren: Die heimischen Ausfuhren würden daraufhin stärker anziehen und vermehrt Investitionen stimulieren, hofft das Wifo. Und die privaten Haushalte würden ihre Einkommenszugewinne 2014 wieder vermehrt in den Konsum stecken.

Hohe Arbeitslosigkeit bleibt

Für die Arbeitslosenrate in Österreich befürchten sowohl Wifo als auch IHS wegen der schwachen Konjunktur heuer einen starken Anstieg von 7,0 auf 7,5 Prozent der unselbstständigen Erwerbstätigen. Das IHS rechnet für 2014 wegen der dann besseren Wirtschaftsaussichten nur noch mit einem Verharren auf diesem hohen Niveau, das Wifo prognostiziert jedoch nochmals eine leichte Verschlechterung auf 7,6 Prozent.

Angesichts der aufgrund der schwachen Wirtschaft heuer stark steigenden Arbeitslosigkeit in Österreich rufen die Chefs von Wifo und IHS nach mehr Zukunftsausgaben in Bildung und Forschung.

Wifo und IHS rufen daher nach mehr Zukunftsausgaben in Bildung und Forschung. Fehlende Bildung sei "das größte Arbeitslosigkeitsrisiko", so IHS-Chef Keuschnigg. Wifo-Leiter Aiginger verwies vor allem auf das bekannte "Mismatch-Problem", dass es einerseits einen Mangel an Fachkräften und Hochqualifizierten gebe, dass andererseits aber Unqualifizierte ohne Job blieben. Bei 25 Prozent Leseschwäche unter den 15-Jährigen dürfe dies nicht verwundern, so Aiginger, zugleich würden andere wegen Überarbeitung unter einem Burn-out leiden.

Inflation geht zurück

Die Inflationsrate wird sich heuer laut IHS im Jahresschnitt von 2,4 auf 2,0 Prozent zurückbilden, das Wifo rechnet lediglich mit einem Rückgang auf 2,2 Prozent. Für 2014 geht das IHS von einer Inflation von 1,8 Prozent aus, das Wifo von 2,0 Prozent. (APA, 28.6.2013)

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    Wifo und IHS kürzen ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr.

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