Wellness-Tanks am Tiroler Obernberger See genehmigt

28. Juni 2013, 11:13
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Gegner schalten UVS ein, Geologie und Wildbach- und Lawinenverbauung seien zu wenig beachtet worden

Innsbruck - Das umstrittene Hotelprojekt am Obernberger See darf nun - per aktuellen Bescheid - doch gebaut werden. Weitere Auflagen sollen eine Beeinträchtigung des Sees im Landschaftsschutzgebiet Nösslachjoch/Obernberger See/Tribulaune verhindern, entschied die Bezirkshauptmannschaft.

Seit drei Jahren wird verhandelt, ob die Pläne des Unternehmers Gerhard Stocker, anstelle des alten Ausflugsgasthauses, Wohntanks in die Erde rund um den idyllischen Obernberger See zu vergraben, verwirklicht werden dürfen. So richtig zufrieden gibt sich die Familie rund um Unternehmer Stocker mit dem aktuellen Bescheid noch nicht. Denn den Grundstücksnachbarn stehen immer noch Rechtsmittel offen. Der Bau des unterirdischen Wellness Hotels im Landschaftsschutzgebiet könnte sich also weiter verzögern.

"Das Schlechteste aller denkbaren Projekte"

Der Bescheid soll nun zum Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS): Die Projektgegner sehen die Gutachten von Landesgeologen und Wildbach- und Lawinenverbauung zuwenig beachtet. Für den Architekten Peter Lorenz, Gegner des Projekts, ist mit dieser bau- und gewerberechtlichen Genehmigung "Unvorstellbares" tatsächlich geschehen: "Ein positiver Baubescheid für das Schlechteste aller denkbaren Projekte an einem der schönsten Orte der Alpen."

Mitte Juni hatte Fritz Gurgiser, Anti-Transitkämpfer, einen Brief an die Gemeinde Obernberg verfasst und erneut auf die Option "Bergsteigerdorf statt Containerdorf" hingewiesen. Die Orte des Sellraintales hätten die Kriterien erfüllt und seien als Zukunftsstrategie mittlerweile der Plattform Bergsteigerdörfer beigetreten.

Auch der Bürgermeister von Obernberg Roman Grünerbl hatte sich skeptisch zu den Hotel-Tanks geäußert. Und der Fischereiverband als Besitzer des Sees hatte sich ebenfalls gegen das Hotelprojekt ausgesprochen; schwimmen dürften die Gäste im See jedenfalls nicht. (Verena Langegger, DER STANDARD, 28.6.2013)

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