Caritas und Land Wien streiten um Servitenflüchtlinge

27. Juni 2013, 20:02
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Die Caritas und der Fonds Soziales Wien wollen nicht für Umsiedlung verantwortlich sein

Wien - Um den Auszug der protestierenden Flüchtlinge aus dem Wiener Servitenkloster ist ein Konflikt entbrannt. Streitpunkt ist die Frage, wer entschieden hat, dass die rund 50 Männer jetzt in andere Unterkünfte wechseln sollen: Erzdiözese Wien und Caritas, die ihnen Quartier geben und sie betreuen, oder aber der Fonds Soziales Wien, der ihnen als Asylwerbern Grundversorgung gewährt - also für die Betreuung zahlt.

"Wir sind es nicht und somit nicht der Bad Guy", sagt Peter Hacker, Geschäftsführer des Fonds: "Wir würden den Männern auch im Servitenkloster weiter Grundversorgung zahlen."

Caritas soll für Beschränkung gewesen sein

Vielmehr habe die Caritas das Klosterobdach "von Anfang an auf ein halbes Jahr, bis Ende Juni, beschränkt" - und dies auch in mehreren Gesprächen so dargestellt, sagt Hacker. Und dann im Mai angefragt, ob das Grundversorgungsgeld nicht einen Monat länger als ursprünglich geplant fließen könne, bis Ende Juli. Das sei "natürlich gewährt" worden.

"Wir haben beim Fonds Soziales Wien im Mai dreimal schriftlich um eine Grundversorgungsverlängerung ansuchen müssen", schildert wiederum Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Caritas Wien. Erst danach sei das Okay gekommen.

Heim für minderjährige Flüchtlinge

Die zeitliche Beschränkung des Klosterquartiers bis Juni wiederum habe mit Renovierungsplänen zu tun: "Im Herbst 2014 soll dort eine Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge entstehen." Dazu Hacker: "Eingereicht worden ist bei uns noch nichts."

Und was wollen die Flüchtlinge? "Weiter zusammenwohnen, wo, ist ihnen egal", erläutert eine Unterstützerin. Die Caritas habe ihnen die Aufteilung in fünf kleinere Quartiere vorgeschlagen: "Deshalb sind sie jetzt auf der Suche nach einem Haus." "Wenn ihnen jemand ein solches zur Verfügung stellt, werden wir sie dort als privat Untergebrachte weiter versorgen", kündigt Hacker an. (Irene Brickner, DER STANDARD, 27.6.2013)

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