Kevin Rudd kehrt in australisches Premiersamt zurück

27. Juni 2013, 17:32
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"Leben in der Politik sehr hart" - Machtwechsel bei Labor kurz vor Parlamentswahl

Sydney - Drei Jahre nach seinem Sturz ist Kevin Rudd am Donnerstag erneut als Premierminister Australiens vereidigt worden. Das Leben in der Politik sei "sehr hart", sagte Rudd bei seiner ersten Rede, nachdem er seine Rivalin Julia Gillard an der Partei- und Regierungsspitze abgelöst hatte. Im Hinblick auf den dramatischen Machtkampf mit Gillard rief er die Abgeordneten auf, sich künftig "ein wenig freundlicher und sanfter" zu verhalten.

Rudd war am Mittwoch bei einem Vertrauensvotum über den Vorsitz der Labor-Partei gegen Gillard angetreten und hatte die Abstimmung mit 45 zu 57 Stimmen für sich entschieden. Gillard, die erste Frau an der Spitze von Australiens Regierung, kündigte daraufhin ihren Rückzug aus der Politik an. Rudd war selbst 2010 in einem Parteiputsch von Gillard vom Parteivorsitz und von der Regierungsspitze verdrängt worden.

"Sehr hartes Leben"

In seiner Rede nahm Rudd direkt Bezug auf den Machtkampf mit Gillard. "Das politische Leben ist ein sehr hartes Leben", sagte der 55-Jährige nach seiner Vereidigung. "Manchmal ist es freundlich, öfter ist es das nicht." Er lobte die Arbeit seiner Vorgängerin, die "wichtige Reformen für unsere Nation erreicht hat, welche die Zukunft unseres Landes prägen werden". Rudd würdigte auch explizit ihre "großartige Arbeit als Bannerträgerin der Frauen". Gillard sah sich in ihrer Amtszeit immer wieder sexistischen Anfeindungen ausgesetzt.

Rudd muss nun die Labor-Partei in die Parlamentswahl am 14. September führen. Die Partei hatte unter Gillard zuletzt in Umfragen deutlich an Boden verloren, ihr droht eine Niederlage gegen die oppositionellen Konservativen. Viele Abgeordneten setzten daher auf Rudd, der 2007 einen triumphalen Wahlsieg eingefahren hatte. Umfragen sagen voraus, dass Labor mit Rudd an der Spitze auf 40 Prozent der Stimmen kommen könnte, zuletzt lag die Partei unter Gillard bei 29 Prozent.

Nach Gillards Rücktritt legten sieben wichtige Minister ihr Amt nieder, darunter auch ihr treuester Unterstützer, Finanzminister und Vizepremier Wayne Swan, sowie Verteidigungsminister Stephen Smith. Gillards Verkehrsminister Anthony Albanese wurde am Donnerstag als stellvertretender Regierungschef vereidigt. Der bisherige Einwanderungsminister Chris Bowen übernahm das Finanzressort. (APA, 27.6.2013)

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    Kevin Rudd ist zurück.

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