SPÖ und ÖVP bessern bei Psychologengesetz nach

27. Juni 2013, 16:56
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Im Gesetz wird festgelegt, dass die Tätigkeitsbereiche der Psychologen nicht die Regelungen im Ärzte- und Psychotherapiegesetz berühren

Wien - Geht es nach SPÖ und ÖVP, kann das umstrittene Psychologengesetz kommende Woche vom Nationalrat beschlossen werden. Um der Kritik von Psychotherapeuten und Psychiatern Rechnung zu tragen, wurde der Entwurf des Gesundheitsministeriums noch umfassend abgeändert. Der Gesundheitsausschuss hat am Donnerstag der in Fachkreisen umstrittenen Novelle zugestimmt und diese damit reif für einen Beschluss im Plenum kommende Woche gemacht.

Tätigkeitsbereiche eingegrenzt

Wie SPÖ-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser erklärte, wird im Gesetz nun mehrfach festgelegt, dass die Tätigkeitsbereiche der Psychologen nicht die Regelungen im Ärzte- und Psychotherapiegesetz berühren. Damit soll der Sorge um die mangelnde Abgrenzung der Berufsgruppen Rechnung getragen werden. Enger als im Entwurf werden auch die Grenzen bei den Diagnose- und Therapiemöglichkeiten gezogen.

Ausbildungszeit verdoppelt

ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger betonte, man sei hier zu Formulierungen aus dem alten, 1991 in Kraft getretenen Psychologengesetz zurückgekehrt. Daneben bringe das Gesetz aber auch viel Neues. Die Ausbildungszeit der klinischen Psychologen bzw. Gesundheitspsychologen werde verdoppelt und ein Master-Abschluss verlangt, die Prüfungen würden zentralisiert, die klinische Ausbildung verbessert, Ausbildungsstellen müssten Mindestanforderungen erfüllen, Supervision werde Pflicht, und für Spezialisierung etwa auf Kinderpsychologie müssten spezielle Curricula absolviert werden.

Reaktion auf massive Proteste

Ob sich die Psychotherapeuten und Psychiater mit den Änderungen zufriedengeben werden, war am Donnerstag noch offen. Sie waren in der Begutachtung gegen das Gesetz Sturm gelaufen. Zentraler Kritikpunkt war der Tätigkeitsvorbehalt der Psychologen für die klinisch-psychologische Diagnostik, durch den sich die Therapeuten, aber auch die Psychiater auf den beruflichen Schlips getreten fühlen. Sie befürchten, Diagnosen künftig nicht mehr selbst stellen zu dürfen. Gefordert wurde zudem eine klare Abgrenzung zwischen klinisch-psychologischer Behandlung und der Psychotherapie. (APA, 27.6.2013)

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